Landtagsabgeordneter Daniel Karrais zu Besuch bei Bürgermeister Thomas Haas in Schiltach

Schiltach. Bei einem Besuch in Schiltach tauschte sich der FDP-Landtagsabgeordnete im Kreis Rottweil Daniel Karrais auch mit Bürgermeister Thomas Haas aus. Der Schultes der 3.800 Einwohner-Stadt im Schwarzwald zeigte sich zufrieden mit der Lage. „Dank der kräftigen Gewerbesteuerzahler und auch dem starken Tourismus haben wir keine Haushaltsprobleme“, berichtete Haas. Man müsse jedoch immer im Blick haben, dass die Einnahmesituation nicht in Stein gemeißelt sei. Die Finanzkraft der Stadt sei ein Glücksfall gewesen, da man so die teuren Freilegungen und Sanierungen der historischen Gebäude habe leisten können. „Davon profitieren wir beim Tourismus gewaltig,“ so Haas. Immerhin steuere die Stadt ein Viertel der Kosten bei der Renovierung der Hausfassaden bei.

Die Wasserversorgung ist eines der Sorgenthemen des Bürgermeisters. So habe die Wasserarmut an Höfen mit eigenen Quellen durch die Trockenzeiten der letzten Jahre zugenommen. „Ständig steigende Vorschriften zur Wasserqualität machen Hausquellen auch zunehmend den Gar aus,“ bemängelt der Bürgermeister, womit er auch ein generelles Problem ansprach. „Ich habe das Gefühl, man will uns kleine Wasserversorger nicht mehr“, so der rührige Schultes. „Auch bei unserer Sparkasse und der Verwaltung bekommen wir so viele Dokumentationspflichten und Auflagen, dass wir uns bald zu Tode verwalten,“ überspitzt er. Die Kritik ist FDP-Politiker Karrais nicht fremd: „Kaum jemand in der EU hat ein förderales System, wie wir. Da fallen die Auswirkungen auf kleinere Einheiten bei der Entscheidung oft unter den Teppich,“ stimmt er zu und betont, dass gerade die Kleinteiligkeit die Region stark gemacht habe. „Oft ist es aber auch die Deutsche Gründlichkeit, die dazu führt, dass auf europäische Regeln nochmal mehr Auflagen draufgesetzt werden,“ ergänzt der Abgeordnete.

Im Anschluss an den Austausch machten Karrais und Haas Station in der Grundschule der Stadt. Schulleiterin Edeltraut Bliß, informierte über die Grundschule mit Ganztagesbetrieb. „Die sächlichen Voraussetzungen sind ausgezeichnet“, so die engagierte Schulleiterin, „Probleme bereitet die personelle Situation.“ Es sei schwer die Stellen zu besetzen, sodass Ausfälle kaum zu kompensieren seien. Nur durch die Rückkehr von Pensionären, sei ein passabler Schul- und Ganztagesbetrieb möglich. „Oft haben wir einen erhöhten Zeitbedarf für die Betreuung der Schüler,“ so Bliß, die mehrere Jahre in Griechenland unterrichtet hat.
Die Nachmittagsbetreuung schaffe man mit zwei FSJ-Stellen und der Unterstützung durch das Jugendbüro der Stadt. „Der Schulträger schafft hier gute Voraussetzungen,“ lobt die Lehrerin. Mit Sorge betrachte sie den zunehmenden Bedarf an Schulsozialarbeitern. „Wir brauchen die zusätzliche Betreuung, da die Verhaltensweisen mancher Schüler immer schwieriger werden,“ berichtet Bliß. Passend zum vorherigen Gespräch mit Bürgermeister Haas merkte auch sie an, dass die zunehmende Verwaltungslast mehr Zeit im Leitungsbereich erfordere. „Ich hoffe, dass mit der Nachbesetzung meiner Stelle auch die versprochene Konrektoratsstelle geschaffen wird,“ sagte Bliß, die bald pensioniert wird. Karrais erwiderte dazu, dass das Land plane die Stellensituation zu verbessern. „Der Landtag soll die entsprechenden Mittel im Haushalt zur Verfügung stellen. Das unterstütze ich.“