FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais zu Besuch in Schiltach

Die Digitalisierung betrifft nahezu alle Lebensbereiche, das wurde auch im Gespräch zwischen dem FDP-Landtagsabgeordneten und dem Schiltacher Unternehmer Michael Buzzi sowie seiner Frau Ursula Buzzi und seiner Schwester Barbara Bohrer deutlich.

Vor über 40 Jahren begann die Geschichte des Kunststofftechnik Unternehmens, damals noch in der eigenen Garage. „Schnell hat der Platz nicht mehr ausgereicht und wir sind in das alte Sägewerk gezogen. Mittlerweile haben wir den Bau erweitert,“ erklärte Geschäftsführer Michael Buzzi, dessen Vater das Unternehmen gründete. Buzzi arbeitet vor allem im Bereich kleinerer Serien bei der Bearbeitung und dem Spritzguss von Kunststoffteilen. Im Spritzgussbereich reiche die Bandbreite auch bis in große Serien. „Unser Nachbar Hansgrohe ist einer unserer besten Kunden,“ meinte der Techniker, dessen Söhne Philipp und Benedikt auch schon in der Nachfolge stehen.

Als Buzzi vom hauseigenen Projektmanagementsystem, das direkt in ein Archivsystem übergehe, berichtete, wurde Karrais hellhörig. Kurzerhand demonstrierte Buzzi dem digitalpolitischen Sprecher der FDP/DVP Landtagsfraktion das eigens entwickelte und programmierte Programm, mit dem sich im Handumdrehen alle Projekte, egal ob laufend oder abgeschlossen, mit sämtlichen zusammenhängenden Dokumenten, von der handschriftlichen Notiz bis hin zur Rechnung, ganz einfach darstellen lassen. „Wir sind mittlerweile so weit, dass unser System sehr sicher ist. Sollte ich nun also zum Beispiel Opfer einer Phising Mail werden, ist unsere Firma geschützt, da die Daten durch verschiedene Maßnahmen abgekapselt sind,“ verdeutlichte Buzzi. Karrais zeigte sich begeistert über den innovativen Ansatz des Schwarzwälder Unternehmens. Für den Digitalisierungsexperten steht fest: „Eine derart agile und vernetzte Arbeitsweise wünsche ich mir auch für unsere öffentlichen Verwaltungen. Die Firma Buzzi geht hier wirklich als Paradebeispiel voran.“

Anders sehe es jedoch in den meisten Amtsstuben aus. Während der Kontakt zwischen Bürgern und Firmen in den meisten Fällen vollständig digital ablaufen könne, warte man bei der öffentlichen Verwaltung noch immer auf den Startschuss. „Im Kreis Rottweil kann man seine KfZ-Zulassung ganz einfach online ändern lassen, das ist aber noch lange nicht bei allen Ämtern der Standard,“ so Karrais. Ganz im Gegenteil. Auch bei Buzzi können sie hiervon ein Lied singen. „Selbstverständlich funktionieren die ganzen Abläufe analog, das entspricht aber schlichtweg nicht mehr unserer Zeit,“ so Ursula Buzzi. Für Michael Buzzi sei die digitale Transformation ein wahnsinniger Kommunikationsprozess. Der Schiltacher Unternehmer erklärte: „Man kann nicht einfach vom grünen Tisch aus arbeiten. Bei solch weitreichenden Transformationsprozessen muss man auch immer das Gespräch mit verschiedenen Stellen und den Kollegen suchen und spiegeln, inwiefern die einzelnen Prozesse sinnvoll digital abgebildet werden können.“ Dem stimmte der Digitalisierungspolitiker Karrais zu. Für die Freien Demokraten stehe fest, dass eine große Herausforderung wie die Digitalisierung am besten im eigens dafür errichteten Ministerium vorangetrieben wird. „Wenn wir das Know-How bündeln, haben wir viel mehr davon, als wenn in jedem Ministerium ein eigenes Süppchen gekocht wird,“ kritisierte Karrais den jetzigen Kurs der Bundes- und Landespolitik. Dies ändere sich hoffentlich nach der Bundestagswahl.