Um einen besseren Einblick in die Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) zu bekommen, besuchte der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais den THW Ortsverband Rottweil. Der Ortsbeauftragte Tobias Wagner führte Karrais durch die Unterkunft in Zimmern, in die das THW 1985 einzog. Gegründet wurde der Ortsverband jedoch bereits 1954. Neben Tobias Wagner nahmen auch Markus Woywod, der hauptamtliche Leiter der THW Regionalstelle Villingen-Schwenningen sowie weitere ehrenamtliche Helfer an dem Austausch statt. Insgesamt gebe es neun solcher Regionalstellen in Baden-Württemberg. Der Regionalstelle Villingen-Schwenningen sind dabei 13 Ortsverbände unterstellt. Somit sei die hiesige Regionalstelle die größte in Baden-Württemberg ist. Im Ortsverband Rottweil gebe es aktuell rund 45 aktive Ehrenamtliche, die sich für die Belange des THW einsetzen. Und auch in der Jugendarbeit hat das THW einiges vorzuweisen. So umfasse die Jugendgruppe des THW Ortsverbands Rottweil derzeit circa 20 interessierte Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 18 Jahren. In den nächsten zwei bis drei Jahren wolle das THW in einen Neubau umziehen, der gerade noch in Planung sei. Besonders bei der Besichtigung der Garage wurde deutlich, dass die alte Unterkunft längst nicht mehr der Größe und den heutigen Anforderungen entspreche.

In den vergangenen Monaten und besonders in der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie war das THW stark gefordert. So wurde das THW beispielsweise bei der Beschaffung sowie der Lagerung von Schutzausrüstungen eingesetzt und auch das Notzentrum am Gesundheitsamt Rottweil wurde vom THW aufgebaut. Während der Fokus beim THW früher eindeutig auf der Bergung lag, rückte mit den Jahren immer mehr die Notversorgung und die Notinstandsetzung in den Fokus. Aktuell befinde sich das THW im Wandel. Besonders die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, welche Bedeutung der Logistik im THW zuzuschreiben sei, erklärte Tobias Wagner. „Aus diesem Grund wird aus der Fachgruppe Logistik in Zukunft der Fachzug Logistik werden,“ so der Ortsbeauftragte. Ein weiterer wichtiger Einsatz des THW in den vergangenen Monaten war die Unterstützung der Feuerwehr, beispielsweise mit einem Radlader oder auch mit dem Betanken der Einsatzfahrzeuge, beim Brand auf der Red Stone Ranch in Deißlingen.

Das Schöne am THW, so Tobias Wagner, sei das Baukastenprinzip. „Da das THW eine Bundesbehörde ist, sind wir weit über Kreis- und Ländergrenzen hinweg vernetzt. Jeder Ortsverband hat hierbei sein Spezialgebiet, welche man bei Bedarf zusammenwürfeln kann,“ erklärte der Ortsbeauftragte eindrücklich. Ein gutes Beispiel dafür sei die Feldküche, die man beispielsweise problemlos vom Ortsverband Konstanz anfordern würde. Über Landesgrenzen hinweg arbeiten beziehe das THW dabei nicht nur auf die Bundeslandgrenzen. So berichtete einer der anwesenden Ehrenamtlichen, dass er mit dem THW bereits in Liberia oder Bosnien war. „Wie man sieht, wir sind wie eine große Familie und ein Meister im Networking,“ fasst Wagner mit einem Grinsen zusammen.

FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais, der Mitglied im Innenausschuss des Landtags ist, erkundigte sich bei Tobias Wagner und seinen Kameraden danach, was der Hilfsorganisation fehle. „Auch wenn das THW originär eine Bundeseinrichtung ist, gibt es gegebenenfalls ja trotzdem etwas, das es sich vom Land wünschen würde,“ erklärte Karrais. Wagner berichtet, dass der Bund erst kürzlich Zelte bereitgestellt hat, um im Falle einer Krise Notunterkünfte aufzubauen. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass man hier eine Lösung in dem Sinne findet, dass der Bund die Zelte bereitstellt und das Land wiederum die entsprechende Heizung, denn im Winter wird es in so Zelten ganz schön kalt,“ so der Ortsbeauftragte. Karrais hält dies für eine gute Idee: „Wir haben in Deutschland im Grunde nur zwei Organisationen mit solch einem logistischen Knowhow. Das ist zum einen die Bundeswehr und zum anderen ist das ganz klar das THW. Ich fände es gut, wenn das Land so eine wichtige Hilfsorganisation dahingehend unterstützt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich ursprünglich um eine Bundeseinrichtung handelt.“

Karrais, der selbst Ingenieur ist, zeigte sich nach seinem Besuch insgesamt sehr beeindruckt von der Arbeit des THW und der dort verwendeten Technik. „Ich wünschte ich hätte mehr Zeit, um mich bei so einer tollen Organisation wie dem THW zu engagieren,“ schließt Karrais den Besuch beim THW ab.

Der Termin fand bereits vor dem Lockdown statt.

Auf dem Bild zu sehen v.l.n.r.: Tobias Wagner, Daniel Karrais MdL und Markus Woywod