FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais in Sachen Agrarpolitik im Wahlkreis unterwegs

Mit dem agrarpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Klaus Hoher besuchte Daniel Karrais kürzlich den Mühlbachhof in Wittershausen. Auf dem Hof von Andreas Haberer ließen sich die Landespolitiker die Biogasanlage erklären und nutzten dazu die Gelegenheit mit dem Verantwortlichen des Kreisbauernverbandes, Manfred Haas, Eugen Haberer, Ernst-Martin Bilger sowie weiteren Landwirten ins Gespräch zu kommen. Mit Hans Klaiber war auch der Leiter des Landwirtschaftsamtes mit von der Partie.

Andreas Haberer erklärte die Biogasanlage, mit der 110 Hausanschlüsse und damit ein Drittel der Ortschaft mit Nahwärme versorgt werden. „Unser Geschäftsmodell baut auf einer guten Zusammenarbeit mit 35 Zuliefererbetrieben auf,“ so Haberer. Die Anlage sei so dimensioniert, dass Strom für 1800 bis 2000 Haushalte produziert werde. Im vergangenen Jahr hat das Nahwärmenetz des Betriebs 350 000 Liter Heizöl ersetzt, berichtet Haberer weiter. Ganz ohne ginge es jedoch nicht. So werde die Notfall- bzw. Spitzenlastversorgung über zwei Ölkessel sichergestellt. „Wir fahren dabei die Versorgung innerhalb von 5 Minuten von 0 auf voll hoch,“ so der Wittershauser Landwirt. Im Winter bestehe natürlicherweise ein höherer Strombedarf als im Sommer. „Im Gasspeicher wird hierbei die Rohenergie in Form von Biogas gespeichert. Daraus decken wir den Gasbedarf für die Phasen, in denen viel Strom im Netz gebraucht wird. In den Phasen, in denen zu viel Strom im Netz ist, füllt sich der Gasspeicher wieder, um später wiederum den höheren Bedarf zu decken,“ verdeutlicht Haberer weiter. So funktioniere der einfachste und günstigste Energiespeicher ohne seltene, teure Rohstoffe zu verbrauchen.

Für die Kritik an den Bauern wegen des Insekten- und Bienensterbens hat der junge Unternehmer kein Verständnis: „Wenn man als Landwirt Bienen ernährt ist man der King, wenn man Menschen ernährt der Depp.“ Dem stimmte Hoher zu: „Im Gegensatz zu den häufigen Unterstellungen in den Medien sind die Landwirte ganz sicher nicht für das Artensterben verantwortlich. Viele verstehen nicht, dass die Landwirtschaft von Insekten lebt. Daher ist sie auch stets bemüht, die ausgebrachte Menge an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu verringern.“

In der anschließenden Diskussion ging es um den Verwaltungsaufwand und die Verwaltungskontrollen mit denen sich die Landwirte konfrontiert sehen. Kreisvorsitzender des Kreisbauernverbandes, Manfred Haas forderte mehr Freiraum für Kontrolleure und die Betriebsinhaber. Über den Diskurs mit den Naturschützern berichtet er: „Wir Bauern werden leider immer öfter für das Artensterben verantwortlich gemacht, aber dass es in den Gärten nicht mehr blüht, das spricht keiner an.“ Kritisiert wurde auch der Flächenverbrauch durch ständige Ausweitung von Bebauungsflächen. Absolut kein Verständnis zeigten die anwesenden Landwirte dafür, dass landwirtschaftliche Flächen immer wieder mit Photovoltaikanlagen belegt werden. Da waren sich der Leiter des Landwirtschaftsamtes und die beiden FDP-Politiker einig, „diese Anlagen gehören aufs Dach, nötigenfalls noch auf eine Erddeponie“. Hoher ergänzt: „Auf wertvollem Ackerboden sind diese Anlagen einfach fehl am Platz.“

Auch die Düngeverordnung wurde kritisiert. Die ganze Republik werde über einen Kamm geschert, obwohl die Vorrausetzungen oft sehr unterschiedlich seien. Im Schwarzwald seien sie ungleich schwieriger als auf den weiten, ebenen Flächen in Niedersachsen. Haberer verwies auch auf die bis 2012 höchst ungleiche Förderung von erneuerbaren Energien mit 54 Milliarden im Gegensatz zu 242 Milliarden für die Steinkohle. Karrais, der energiepolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion ist, pflichtete ihm bei: „Die fossilen Energieträger dürfen nicht einseitig gefördert werden. Ich bin ein Verfechter des Zertifikatehandels, denn dadurch könnte die unselige EEG-Umlage komplett abgeschafft werden.“

Eine rundum gelungene Veranstaltung resümierten sowohl die Bauern als auch die beiden FDP-Politiker.