Trotz neuer Herausforderungen als Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft beschäftigt sich der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais auch nach wie vor mit seinem Herzensthema der Digitalisierung. Nachdem in einer Sitzung des Gemeinderates bereits der erste Kontakt zustande kam, besuchte Karrais Heiko Maier, gelernter Elektriker, Netzwerktechniker mit mehrjähriger Personalerfahrung und Geschäftsführer der mawa-solutions GmbH mit seinem Firmensitz im Rottweiler Wasserturm. Das IT-Unternehmen versorgt künftig die Rottweiler Innenstadt mit öffentlichem WLAN.

Seit knapp anderthalb Jahren arbeite das IT-Unternehmen nun schon vom Wasserturm aus. Die 253 Stufen bis zum Büro werden dabei ganz einfach mit dem Aufzug gemeistert. Maier, gelernter Elektriker mit mehrjähriger Personalerfahrung, sei bereits im zehnten Jahr der Selbstständigkeit. Mittlerweile habe er, gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Wannenmacher, 27 Beschäftigte am Standort in Rottweil unter sich. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Wenn man das von sich selbst behaupten kann, hat man wahrscheinlich das ganz große Los gezogen,“ so Maier über seinen Job.

Das IT-Unternehmen habe sich auf die Bereiche der Zeiterfassung und der Zutrittskontrolle spezialisiert und arbeite hierbei mit SAP zusammen. Maier berichtet: „Wir sind einer von neun zertifizierten Partnern, und das weltweit.“ Ein weiteres Standbein setze das Unternehmen im Bereich der Rechenzentren. Auch hierfür sei der Wasserturm prädestiniert. „Im früheren Pumpkeller soll ein weiteres Rechenzentrum entstehen,“ so der Geschäftsführer. Der Wasserturm eigne sich als Standort für eine IT-Firma ohnehin sehr gut, da ein schnelles Netz über Glasfaserleitungen sichergestellt sei, nicht zuletzt auch durch die gute Zusammenarbeit mit der ENRW.

Im Austausch wurde schnell klar, dass die beiden Digitalisierungsexperten Karrais und Maier thematisch auf einer Wellenlänge sind. So waren sie sich einig, dass die Digitalisierung insgesamt in Deutschland großes Potenzial habe, oftmals jedoch durch den Datenschutz ausgebremst werde. „Jedes Land hat seinen eigenen Datenschutzbeauftragten, außer Bayern, die haben zwei. Hinzu kommt noch der Datenschutzbeauftragte des Bundes,“ so Karrais. Auch wenn der Föderalismus in einigen Bereichen positiv zu bewerten sei, im Bereich der Digitalisierung schränke er oftmals ein.

Ein Thema, das Maier besonders beschäftige, sei die Digitalisierung der Schulen. „Ich habe leider das Gefühl, dass einige Schulen gar nicht digitalisieren wollen. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Schulen nicht bewusst sind, welchen Mehrwert Digitalisierung mit sich bringt, oder ob die Mehrbelastung durch die Einführung der neuen Techniken den Schulen zu viel ist,“ gibt Maier zu bedenken. Hier würde der IT-Unternehmer gerne ansetzen. Dem stimmte der Digitalisierungspolitiker Karrais zu. „Das Land sollte die Schulen hier noch vielmehr unterstützen, um beispielsweise mit einer Lernplattform geeignete Tools für die Nutzung vor Ort zu Verfügung zu stellen,“ so der Rottweiler Abgeordnete. Beide betonten, dass die Digitalisierung den jetzigen Schulalltag vor allem ergänzen, keineswegs jedoch ersetzen soll. „Die ehemalige Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat bei einer Veranstaltung gesagt, dass man das Reclam-Heft nicht einfach abschaffen darf. Wer so in Verbindung mit der Digitalisierung spricht, zeigt, dass er nichts davon verstanden hat,“ so Karrais. Dem stimmte Maier zu.

Es sei an der Zeit, dass Deutschland im Bereich der Digitalisierung nicht mehr mit angezogener Handbremse fahre. Hierfür wollen sich Karrais und Maier weiter einsetzen.