Bei einem Gespräch (vor dem November-Lockdown) mit Wellendingens Bürgermeister Thomas Albrecht informierte sich der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais über die Situation der Gemeinde. In Wellendingen seien viele Familienunternehmen angesiedelt. Auch diese habe ich die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown hart getroffen, berichtete Albrecht. Mittlerweile sei die Wirtschaft wieder angekurbelt worden. Manche Unternehmen verzeichneten indes sogar eine höhere Produktionsauslastung als im Oktober 2019, so der Bürgermeister. „Das ist aber gewiss nicht der Regelfall,“ stellt er klar.

Für den Wellendinger Schultes sei jetzt wichtig, dass man nicht zu schnell in einen Investitionsstopp verfalle. „Während beziehungsweise nach der Finanzkrise haben wir über 15 Millionen Euro investiert. Geholfen hat uns dabei das Zukunftsinvestitionsprogramm der Landesregierung,“ erklärte Albrecht. Es sei wichtig, dass man die Dinge am Laufen halte. Zudem komme hinzu, dass man im Tiefbau bereits jetzt gute Preise erzielen könne. „In der letzten Wirtschaftskrise hat uns die Investition gut geholfen. Wir müssen uns immer in Erinnerung rufen, dass wir damit der Zukunft den Weg bereiten,“ verdeutlichte der Wellendinger Bürgermeister.

Etwas das sowohl Bürgermeister Albrecht, als auch den FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais, beschäftigt, sei die Digitalisierung im Bildungswesen. „Die Schulschließungen und die spontanen Anforderungen an das Homeschooling haben leider deutlich gemacht, dass die Bildung unserer Kinder zum Teil doch mit dem Elternhaus zusammenhängt,“ berichtet der Schultes aus seiner Erfahrung. Man könne von nicht von einer Familie erwarten, dass sie für jedes ihrer Kinder ein eigenes Tablet oder ähnliches zur Verfügung stellen könne, sind sich die beiden Politiker einig. „Wir müssen Bildung als Rohstoff sehen,“ forderte Bürgermeister Albrecht. Nur so könne man ausreichend in die klugen Köpfe unserer Region und somit in die Zukunft investieren. Karrais macht deutlich: „Es ist nicht damit getan, eine gewisse Anzahl an Tablets für die Schulen bereitzustellen und jedem Schüler in die Hand zu drücken. Wir benötigen zum einen entsprechende Bildungsplattform und zum anderen eine Fachkraft, die die Tablets dann auch Wartet und instand hält.“ Für das eine habe die FDP/DVP-Landtagsfraktion bereits eine Idee. Ein sogenannter Digitaler Hausmeister könnte sich, gegebenenfalls auch schulübergreifend, um genau diese Wartung und Instandhaltung kümmern. Des Weiteren, so der Digitalexperte, sei das Land in der Pflicht seine Lehrerinnen und Lehrer für den digitalen Unterricht fit zu machen. „Es bringt nichts die beste digitale Ausstattung zu haben, wenn das Know-How zum Umgang damit fehlt,“ verdeutlichte Karrais.

Für Albrecht und Karrais ging es im Anschluss zum Ortseingang Wellendingens, nämlich zur Firma blache medical. Was einst in einer Garage begann ist jetzt ein erfolgreiches Unternehmen und das bereits seit 15 Jahren, davon seit neun in Wellendingen. Sven Blache, Gründer und Geschäftsführer des Medizintechnikunternehmens erklärt das Konzept: „Blache medical stellt chirurgische Instrumente für verschiedene Bereiche her. 70 bis 80 Prozent der Instrumente finden ihre Anwendung in der Mikrochirurgie. Mit insgesamt sechs Mitarbeitern werden pro Jahr zwischen 5.000 und 6.000 Artikel hergestellt und verkauft.“ Dabei sei das Unternehmen allerdings nicht auf eine Massenproduktion ausgelegt.

Da man sich in einer Nische bewege, seien die Stückzahlen gering, aber wachsend. Ungefähr 40 Prozent der Vertriebspartner hätten ihren Sitz in den USA. Ein weiterer Meilenstein für das kleine Unternehmen war die Auszeichnung mit dem German Innovation Award, den blache medical für seinen sogenannten K-Gripper bekommen hat. Der K-Gripper ist ein Werkzeug für die Chirurgie zum flexiblen Einbringen und Entfernen von sogenannten K-Drähten bei Knochenoperationen. „Für uns ist es besonders wichtig, dass wir der Tradition ebenso verpflichtet sind, wie dem technischen Fortschritt. Eine einwandfreie Rückverfolgbarkeit unserer Materialien ist dabei für uns eine Selbstverständlichkeit,“ so Blache. Karrais zeigte sich begeistert von dem kleinen Unternehmen. „Blache medical erfindet sich ständig neu und bleibt so innovativ. Zudem spürt man, dass das Unternehmen mit Herzblut geführt wird. Der Innovation Award spricht dabei für sich,“ schließt Karrais den Besuch in Wellendingen ab.

Text zum Bild v.l.n.r.: Bürgermeister Thomas Albrecht, Sven und Stefanie Blache und der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais.