DP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais im Austausch mit Michael Maute, Geschäftsführer von Fitness Rottweil

 Durch die Einschränkungen sind große Zusammenkünfte aktuell nicht möglich. Dies hielt den FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais jedoch nicht davon ab mit Michael Maute, dem Geschäftsführer von Fitness Rottweil, einem Fitnessstudio auf der Saline, auf Instagram in den Austausch zu kommen. So konnten über fünfzig Zuschauer dabei sein und Fragen stellen.

Seit dem 2. November sind Fitnessstudios im Zuge des November-Lockdowns erneut geschlossen. Dabei seien die Fitnessstudios schon unter den letzten Betrieben gewesen, die nach den ersten Maßnahmen wieder öffnen durften. Für Maute und viele weitere Fitnessstudiobetreiber beginne nun eine sehr herausfordernde Zeit. Die Maßnahmen stießen bei Maute und den Branchenkollegen auf großes Unverständnis. Seit der Wiederöffnung im Juni wurde viel Zeit in Hygiene- und Abstandskonzepte investiert. Maskenpflicht, Markierungen, Desinfektionsstationen, selbstentkeimende Beschichtungen auf den Geräten – viele Studios waren in den vergangenen Monaten sehr aktiv, um den Sportlern ein möglichst sicheres Training zu ermöglichen. Auch vor teuren Entlüftungsanlagen hätten sie keinen Halt gemacht, so Maute. „Wir waren guter Dinge, haben investiert und dann kam es wie ein Paukenschlag, wir müssen erneut schließen,“ berichtete Maute. Der Geschäftsführer regt an, dass man Fitnessstudios keinesfalls ausschließlich als Freizeiteinrichtungen betrachten darf. „Unsere Kunden kommen nicht nur aus ästhetischen Gründen zu uns, sondern haben gesundheitliche Ziel, wie den Erhalt oder Wiederaufbau wertvoller Muskulatur oder zum Beispiel auch gerade in dieser Zeit, um ihr Immunsystem zu stärken,“ erklärt der studierte Fitnessökonom. Es gehe hier also um die Gesundheit der Bevölkerung.

Auch bei dem Rottweiler Landtagsabgeordneten stoßen die Maßnahmen auf Skepsis. „In Deutschland trainieren ungefähr 12 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio. Das ist definitiv eine relevante Zahl. Sport ist Gesundheitsvorsorge und das ist jetzt nicht mehr so einfach möglich,“ gibt Karrais zu bedenken. Karrais und seine Fraktion hätten bereits einen Antrag im Landtag gestellt, dass unter anderem Fitnessstudios, aber auch weitere Branchen, gegebenenfalls mit schärferen Einschränkungen wieder öffnen dürfen. „Meiner Meinung nach hätte man lieber die Personenanzahl reduzieren sollen, bevor man wieder radikal alles schließt. Einfach nur alles schließen, wo es Kontakte gibt, ist keine Strategie, die wir lange durchhalten,“ sagte Karrais.

Ob die versprochenen Ausgleichzahlungen von 75 Prozent des Vorjahresmonatsumsatzes ankommen, sei zudem ungewiss. Für Fitness Rottweil sei dies nur wenig zufriedenstellend, da der Betrieb erst im September des Vorjahres eröffnet wurde und im entsprechenden Vergleichsmonat noch keinen vergleichbaren Umsatz erwirtschaften konnte. Karrais will weiter am Ball bleiben und für eine Wiedereröffnung der Fitnessbranche werben. „Es ist aber auch jeder Einzelne gefragt, sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Wenn die Zahlen niedriger sind, können mehr Betriebe öffnen,“ appelliert Karrais zum Schluss an die Zuschauer.