Zusammenschluss der Schulen war die richtige Entscheidung

Gemeinsam mit dem bildungspolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern (Wahlkreis Freudenstadt) besuchte der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais, die Gemeinden Schiltach und Schenkenzell.

Bürgermeister Bernd Heinzelmann und Rektorin Edeltraud Bliß, Rektorin der Nachbarschaftsschule Schiltach/Schenkenzell, informierten die Besucher über die besondere Situation an Schule in Zeiten von Corona. Mehrere Umstände forcierten bei den kommunalen Entscheidungsträgern den Zusammenschluss der Grundschulen Schiltach und Schenkenzell. Bürgermeister Heinzelmann sagte: „Die bevorstehende Pensionierung der ehemaligen Rektorin ließ vermuten, dass keine Nachfolge gefunden werden würde.“ Für den Gemeinderat lag es daher nahe, sich mit der naheliegenden Grundschule in Schiltach zusammenzutun, zumal das gemeinsame Hauptschulgebäude leer stand.“ Die Sporthalle und vor allem das Schwimmbad, das von den Schenkenzeller Grundschülern gerne besucht werde, machten die Entscheidung leichter. „Trotzdem,“ so der Schenkenzeller Bürgermeister, „kam es während der Entscheidungsfindung zu sehr kontroversen Diskussionen und letztendlich 2016 zum Bürgerentscheid.“

Für die engagierte Schulleiterin Bliß war es nach 10-monatiger Erfahrung eine gute Entscheidung. Durch den Umzug aus der Stadt in das Gebäude der früheren Nachbarschaftshauptschule habe die Schule optimale räumliche Bedingungen, so Bliß. „70 der 180 Grundschüler nutzen das Ganztagesangebot,“ berichtete die Rektorin. Sehr erfreut zeigte sich Bliß auch über das gute Angebot der außerschulischen Partner, wie z.B. Musikverein, Sportvereine, handwerkliche Angebote u.a. durch eine Bildhauerin. Wahlkreisabgeordneter Karrais zeigte sich erfreut über den positiven Bericht. Auf Nachfrage berichtete Bliß jedoch auch von dem hohen Verwaltungs- und Organisationsaufwand, den eine Ganztagesschule mit sich bringe. Nutzbare IT-Lösungen für die vielen Aufgaben, wie beispielsweise der Anmeldung zu den Angeboten sei hilfreich. Hier wünsche sich Bliß eine bessere Unterstützung durch das Land. „Hilfreich wäre z.B. eine Positivliste für digitale Lösungen durch das Kultusministerium,“ so Bliß.

Die beiden FDP-Fachpolitiker, Kern für Bildungspolitik, Karrais für Digitalisierung, fordern seit längerem einen „digitalen Hausmeister für Schulen“. Kern erklärt: „Die Corona-Pandemie hat unser Bildungswesen vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Der Stand der Digitalisierung ist bei weitem nicht zufriedenstellend. Viel mehr mussten Eltern und Kinder, aber auch Lehrkräfte von heute auf morgen vom Präsenzunterricht auf digital gestütztes Lernen von zu Hause aus umstellen.“ Für Kern habe Corona vor allem eines verdeutlicht: „Die jetzigen Erfahrungen müssen genutzt werden, um unser Bildungswesen mit den entsprechenden personellen und materiellen Ressourcen auszustatten, damit wir erstklassige Bildungschancen bieten können.“

Dem pflichtete Karrais bei: „An kleinen Schulen sind interkommunale Lösungen durchaus sinnvoll. Doch auch hier muss dringend etwas in Sachen Digitalisierung passieren. Es kann nicht sein, dass die Ausstattung der Schulen dem Standard von 2010 entsprechen und sich hier nichts tut.“ Neben der Ausstattung der Lehrer und Schüler mit digitalen Endgeräten gehe es hierbei vor allem um die Anschaffung von Software-Lösungen, so der Digitalpolitiker. „Mit dem digitalen Hausmeister könnte dafür gesorgt werden, dass die Wartung und Aktualisierung der Systeme sichergestellt ist,“ schließte Karrais ab. Bildungspolitiker Kern ergänzte: „Natürlich ist es mit digitalen Geräten nicht getan. Gerade im Grundschulbereich sollte es vor allem um Medienkompetenz gehen.“

Bürgermeister Heinzelmann war es ebenfalls wichtig, dass neben der digitalen Entwicklung auch die personelle Entwicklung der Schulen durch das Land unterstützt wird. Dies, vor allen Dingen, mit Blick auf die Nachfolge der aus dem Dienst scheidenden Rektorin Bliß, für die es aktuell keine Nachfolge gebe.