Dass Fitnessstudios mehr sind als nur Muckibuden und gerade auch im Bereich des Rehasports ihre Anwendung finden, davon überzeugte sich der FDP-Landtagsabgeordnete erneut im Gespräch mit David Scheck, Inhaber und Geschäftsführer des SMS Sport macht Sinn Fitness- und Gesundheitszentrum in Oberndorf. Dass in der Corona-Pandemie oftmals alles über einen Kamm geschert werde, sehe man in Bezug auf die Fitnessstudios, die sich bereits im fünften Monat der Schließungen befinden, eröffnete Karrais seine Ansicht gleich zu Beginn.

Im Januar 2021, quasi mitten im Lockdown, übernahm Scheck das Oberndorfer Fitnessstudio, das bereits seit 2012 besteht. Bereits im Jahr zuvor wurde ein Businessplan mit einer entsprechenden Risikoabschätzung erstellt. „Dass es dann jedoch so schnell mit den erneuten Schließungen geht, das hätte ich nicht gedacht,“ so Scheck. Im Herzen von Oberndorf auf 1000 Quadratmetern Fläche bietet Scheck seinen Kunden unter normalen Umständen die Möglichkeit sich fit zu halten. Dabei verfolge er eine klare Philosophie: „Ich will nicht einfach nur Geräte zur Verfügung stellen. Bei uns steht der Mensch im Fokus. Daher bekommt jeder Neukunde einen ausführlichen Check, bei dem der Ist-Zustand und der Soll-Zustand genau analysiert werden.“ Neben den gängigen Geräten spiele auch der Rehasport eine große Rolle. In einem Nebenraum könne man sich hier speziell auf die Regeneration nach einer Operation oder einer Verletzung fokussieren.

Für den 26-jährigen Scheck sei es unverständlich, dass Fitnessstudios nach wie vor geschlossen seien. „In den Medien wird häufig nur das Bild der Muckibude vermittelt. Da springt die Politik jetzt auf und vernachlässigt dabei, wie wichtig ein gesundes Immunsystem sowie ein gesunder Geist und Körper auch in Zeiten einer Pandemie sind,“ kritisierte Scheck das Vorgehen der Regierung. Dabei haben er und auch viele weitere seiner Kollegen zwischen den beiden Lockdowns Konzepte ausgearbeitet, um das Training möglichst sicher zu machen. „Wir geben im Jahr mehrere Tausend Euro in Sachen Hygiene aus,“ erklärte der Geschäftsführer. In der kommenden Woche würden nun zusätzlich sämtliche Griffe mit einer selbstdesinfizierenden Folie versiegelt, sodass Anwendungsfehler bei der Desinfektion der Geräte durch Kunden ausgeschlossen werden.

Es sei an der Zeit, dass das alte verstaubte Bild der Muckibude in den Mülleimer geworfen werde, so der Fitnessstudiobetreiber. Scheck macht deutlich: „Im Grunde sind wir Gesundheitsstudios, in dem die verschiedensten Menschen aus den verschiedensten Gründen etwas für ihren Körper tun wollen. Das wird ihnen gerade schlichtweg verwehrt.“

Daniel Karrais, Rottweiler Landtagsabgeordneter, verstehe Schecks Ärger gut. Der Sport sei für viele wichtig, um fit zu bleiben, was wichtig für die Gesamtgesundheit der Bevölkerung sei. „Mit der Bazooka-Politik machen es sich die Regierungen leicht. Selbstverständlich sind manche Schließungen notwendig. Doch auch viele Betriebe, die unter erhöhten Schutzvorkehrungen weiterarbeiten könnten, werden geschlossen,“ so Karrais. Was ihn dabei am meisten störe, sei die fehlende Perspektive. Keiner wisse, wie lange der jetzige Lockdown noch wirklich gehe. „Mit der Herabsetzung des kritischen Inzidenzwertes auf 35 hat die Regierung wieder ein großes Stück Vertrauen verspielt,“ erklärte der Rottweiler Landtagabgeordnete. Für ihn stehe fest: „Wir brauchen jetzt dringend eine Öffnungsstrategie, denn den Lockdown in Dauerschleife halten wir wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht durch.“ Laut dem 7-Stufenplan, den die FDP vorgelegt habe, dürften Fitnessstudios öffnen, insofern der Inzidenzwert sieben Tage stabil unter 50 bleibe. Karrais konkretisiert: „Wir haben nie behauptet, dass unser Stufenplan das Non plus ultra ist, dass die Union aber erst vor einer Woche auf die Idee kommt einen Stufenplan zu erarbeiten, spricht für sich.“ Die Bevölkerung benötige endlich Verlässlichkeit, da waren sich Karrais und Scheck einig.