Den Wald für sich entdeckt, das haben während der Corona-Pandemie weite Teile der Bevölkerung. Das bekommen auch die Jäger zu spüren. Im Austausch mit dem Kreisjägermeister, Otmar Riedmüller, erfuhr der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais einiges über die aktuellen Herausforderungen in den Bereichen Wald und Jagd. „Es ist erfreulich, dass die Menschen wieder die Natur vor der Haustür entdecken,“ so Riedmüller. Doch auch die Belastung für Fauna und Flora durch die hohe Frequenz an Leuten in der Natur nehme dadurch deutlich zu.

Der Klimawandel mache sich auch im Wald bemerkbar. Riedmüller habe jedoch die Befürchtung, dass es beim klimafreundlichen Waldumbau sehr bald Wald vor Wild heiße. „Um Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten, muss unbedingt auch die Entwicklung des Wildbestandes im Auge behalten werden, denn auch die Wildtiere gehören zu uns,“ so der Kreisjägermeister. Insgesamt würden der Wald und die Tiere nicht genug zusammen gedacht werden. Karrais, im Landtag auch Sprecher für Naturschutz, fragte nach der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Obwohl es in Baden-Württemberg aktuell noch keinen Ausbruch der Krankheit gebe, ist Riedmüller besorgt: „Meiner Meinung nach ist die Frage nicht, ob wir die Afrikanische Schweinepest hier bekommen, sondern wann.“ Erst kürzlich habe es Ausbrüche in Tschechien und Belgien gegeben und auch der Mensch sei bei der Verbreitung nicht ganz unschuldig. Zweifelsohne habe das Land bereits Maßnahmen getroffen. „Der Landkreis hat bereits Einsätze geprobt, sollte es zu einer Ausbreitung kommen. Durch präventive Schwarzwildbejagung versuchen wir zudem die Bestände einzudämmen, um im Seuchenfall schnell reagieren zu können,“ erläuterte Riedmüller.

Karrais und Riedmüller waren sich einig, dass die Diskussionen zur Jagd oft emotional geführt würden. „Die Jäger sind wichtiger Bestandteil des Naturschutzes. Das muss man immer wieder betonen,“ ist Karrais überzeugt. Erfreut hörte er vom erfahrenen Jäger Riedmüller, dass das Wildbret (Wildfleisch) der entnommenen Tiere viele Abnehmer finde. „Das ist mir besonders wichtig, dass alles, was erlegt auch verwertet wird,“ so Riedmüller.

Ein weiteres Anliegen, das der Kreisjägermeister an den Rottweiler Landtagsabgeordneten herantrug war die Besteuerung von Jagdhunden. „Die Ausbildung eines Jagdhundes ist sehr zeit- und kostenintensiv. Es wäre ein tolles Zeichen seitens der Kommunen, wenn man dann auf die Steuer für einen solchen Hund verzichten könnte,“ so Riedmüller. Die Steuerbefreiung könnte man beispielsweise daran knüpfen, dass der Jagdhundehalter im Besitz eines Jagdscheins sein muss und der Hund zudem die jagdliche Brauchbarkeitsprüfung erfolgreich bestanden habe. So werde das Vorgehen bereits in anderen Kommunen praktiziert. Bei Blinden- und Rettungshunden sei dies bereits ebenfalls zum Teil der Fall.

Für Daniel Karrais ist klar: „Jagen ist nicht nur eine naturnahe Freizeitbeschäftigung mit hohem Erholungswert, sondern auch gelebter Naturschutz und Artenschutz. Das Motto Schützen durch Nützen sollte mehr in die teils emotional geführte Diskussion eingebracht werden. “ Jäger engagierten sich dabei für die Artenvielfalt in Feld und Wald. Dies müsse auch von der Politik mit Nachdruck unterstützt werden, davon sei der Abgeordnete Karrais überze