Verbesserung des Ringzugs erhöht Druck auf Gäubahnausbau

Das Land Baden-Württemberg will, wie bereits berichtet, ab dem Jahr 2022 die Finanzierung des Ringzugs von den drei Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar übernehmen. Die Ankündigung veranlasste den Rottweiler Landtagsabgeordneten Daniel Karrais (FDP) zu einer kleinen Anfrage (Drs. 16/9514) an die Landesregierung. Karrais will darin unter anderem wissen, wie das Land mit den bisherigen Planungen zum Ringzug 2.0 umgehen wolle und wie sich die Finanzierung verändere.

Nach der nun vorliegenden Antwort des Verkehrsministeriums werde die Finanzierung des Ringzugs auf die Prämissen des Schienenpersonennahverkehrs-Zielkonzepts 2025 umgestellt. Das bedeute, dass ein Stundentakt und die dazu erforderlichen Investitionen vom Land getragen werden. Nur noch zusätzliche Wünsche der Kommunen müssten dann von den Landkreisen getragen werden. „Die Finanzierung durch das Land lässt hoffen, dass es an Geld beim Ausbau des Ringzugs nicht mangelt. Ziel sollte ein weitergehender Ausbau zu einer Art regionalen S-Bahn sein. Hier gibt es große Chancen und Mittel für die Kommunen werden frei,“ findet Karrais.

Er begrüße, dass das Land den Bau zusätzlicher Haltepunkte fortsetzen wolle. „Wenn mehr Orte angeschlossen werden, steigt auch die Nachfrage nach der Strecke. Das ist ein Gewinn für die ganze Region sein,“ freut sich der Rottweiler Abgeordnete. Auch an der geplanten voll-Elektrifizierung bis 2027 solle festgehalten werden. Für kurze Unterbrechungen bei den Oberleitungen wolle das Land auf Züge mit Batterien setzen. Den Einsatz von Wasserstoffzügen lehne die Regierung hingegen ab, ist in der Antwort zu lesen.

Über die endgültige Höhe der Finanzmittel, die das Land in den Ringzug investieren wolle, sei laut Ministerium noch keine Entscheidung getroffen. „Die Diskussion mit den regionalen Partnern über den Umfang der Angebote des Ringzugs 2.0 ist noch nicht abgeschlossen,“ heißt es in der Antwort. Karrais kündigte an sich auf Landesebene dafür einsetzen zu wollen, dass der Ringzug ordentlich finanziert werde. Auch für den kürzlich umstrittenen Haltepunkt in Lauffen und weitere Haltestellen wolle er sich im Landtag stark machen. „Der Schienenverkehr kann nicht jede Mobilität in unserer ländlichen Region ersetzen. Für viele Wege kann der Ringzug jedoch eine gute Alternative sein. Schon jetzt sind manche Bahnverbindungen in der Region schneller als mit Auto oder Bus. Mit zusätzlichen Bahnhalten kann man das mehr Menschen zugänglich machen. Mehr Fahrgäste über den Ringzug zu den Gäubahn-Haltestellen erhöhen außerdem den Druck für den überfälligen Ausbau der wichtigen Anbindung nach Stuttgart und Zürich,“ fasst der FDP-Abgeordnete zusammen.