Bildung

Für ein langfristig innovatives und wirtschaftsstarkes Ländle brauchen wir starke Chancen für unsere klugen Köpfe von morgen. Unsere Schüler haben nicht weniger als eine erstklassige Bildung verdient, die der modernen Entwicklung der Digitalisierung folgt und beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Einstieg in die Berufswelt bietet.

Die Corona-Pandemie und die Unterschiede im Umgang mit der Beschulung zu Hause während des Lockdowns oder Quarantäne-Phasen haben klar aufgezeigt, dass Bildung in Deutschland eben doch vom Elternhaus abhängt. Wer keinen Zugang zu einem digitalen Endgerät hatte, konnte nicht am Unterricht partizipieren. Hier muss der Staat eingreifen und Leihgeräte zur Verfügung stellen oder günstige Leasing-Angebote für sozial schwache Familien anbieten.

Die Schullandschaft im Kreis Rottweil ist sehr vielfältig. Mit dem Landkreis Projekt „Schulen ans Glasfaser“ sind wir Vorreiter bei der Anbindung aller Schulgebäude ans schnelle Glasfasernetz. Jetzt ist es unsere Aufgabe den Schülern und Lehrkräften an den 35 Schulen im Landkreis die Voraussetzungen zu geben, diese Infrastruktur auch nutzen zu können.

In Sachen Bildung und Digitalisierung dürfen wir keine Zeit mehr verlieren. Dafür setze ich mich sowohl im Landtag als auch an den Schulen in der Region aktiv ein. Ich bin davon überzeugt, dass:

  • Medienkompetenz gelernt sein will! Das Schulfach Medienkompetenz muss daher zügig an die Schulen gebracht werden, um unseren Kindern schon früh die besten Voraussetzungen für einen Einstieg in die moderne Lebens-, Berufs- und Arbeitswelt an die Hand zu geben.
  • es mehr Tempo und Professionalität bei der Digitalisierung der Schulen braucht! Ein weiteres Scheitern der Landesregierung auf Kosten der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, wie bei der Bildungsplattform „ella“, darf nicht in Frage kommen.
  • die Wichtigkeit einer Lernplattform, gerade in Zeiten von Corona, wieder einmal unter Beweis gestellt worden ist. Während unsere Lehrkräfte in der aktuellen Lage viel Improvisationsgeschick und Kreativität bewiesen haben, um das Bildungsangebot so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, darf die Politik sie auf keinen Fall länger im Stich lassen. Eine Lernplattform muss her!
  • die Unterstützung des Landes bei der Wartung und Pflege der den Schulen zur Verfügung gestellten Endgeräte nötig ist. Die Kommunen dürfen bei dieser arbeits- und kostenintensiven Aufgabe nicht im Stich gelassen werden. Wir brauchen daher einen digitalen Hausmeister.
  • einheitliche und eindeutige Leitfäden und Standards zur datenschutzkonformen Anwendung der verschiedenen Internetdienste und Softwares erarbeitet und zugänglich gemacht werden müssen.
  • Bildung ebenso individuell sein muss wie unsere Kinder. Durch mehr Gestaltungsfreiheit vor Ort in Sachen Digitalisierung sowie Wahlfreiheit im Bildungsangebot lassen sich passgenaue und faire Lösungen für die Kinder erarbeiten. Kein Kind darf in Baden-Württemberg in Sachen Bildung auf der Strecke bleiben!

Deswegen ist es umso wichtiger…

  • vom bildungspolitischen Mythos der Gemeinschaftsschule als „die-eine-Schule-für-alle“ Ein durchlässiges Schulsystem aus Beruflichen und Allgemeinbildenden Realschulen (siehe Drucksache 16/5290), Gymnasien mit ausreichend G8- und G9-Plätzen, einer attraktiven beruflichen Bildung, Sonderschulen/SBBZ und ausreichend qualitativ hochwertigen Inklusionsangeboten, sowie freien Schulen stellen eine unverzichtbare Grundlage, die Bedürfnisse eines jeden einzelnen Kindes in den Mittelpunkt zu stellen.
  • eine echte Wahlfreiheit bei der Ganztagesschule zu erreichen. Jede Familie weiß selbst, welches Modell die Bedürfnisse der eigenen Kinder und der Familie als Ganzes am besten erfüllt.
  • die Grundschulempfehlung wieder verbindlich zu machen. Nach der Abschaffung dieser hat sich die Sitzenbleiberquote mehr als verdreifacht! Das ist weder fair gegenüber den Kindern noch gegenüber den Lehrkräften.
  • die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu verbessern. Die Qualität unseres Bildungsangebotes steht und fällt mit unseren Lehrkräften. Der hartnäckige Beförderungsstau bei den Fachlehrkräften und Technischen Lehrkräften muss weiter abgebaut und die unwürdige Praxis der Entlassung von Vertretungslehrern und Referendaren in die Sommerferien-Arbeitslosigkeit beendet werden.

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ist es Aufgabe der Politik, in die Schulen zu unterstützen und gleichzeitig größtmögliche Gestaltungsfreiräume zu erhalten. Die Bildung unserer Kinder ist nicht nur unmittelbar wichtig, um ihnen eine selbstbestimmte Gestaltung ihrer eigenen Leben zu ermöglichen, sondern legt auch ein wertvolles Fundament für den Zusammenhalt und Fortbestand unseres freiheitlich-demokratischen Gemeinwesens. Daher muss der Bildung endlich die Aufmerksamkeit zuteilwerden, die sie verdient hat. Die Corona-Krise hat uns außerdem nochmal eindrücklich gezeigt, wie viel es in Sachen Digitalisierung an unseren Schulen noch zu verwirklichen gibt. Gehen wir es an!

Vertiefte Infos gibt es in unseren Positionspapieren der FDP/DVP Fraktion:

Akutmaßnahmen und Schlussfolgerungen aus der Corona Pandemie für unserer Schulen (pdf)

Damit wir wieder Spitze werden: Ein Kraftakt für weltbeste Bildung in Baden-Württemberg (pdf)

Digitalisierung der Schulen (pdf)

ella@bw: Ein millionenschweres Desaster (pdf)

Aus Gründen der Lesbarkeit wird hier darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.