„Prävention und Beratung verhindern hohe Folgekosten“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat zusammen mit Mitgliedern der FDP-Kreistagsfraktion die Fachstelle Sucht in Rottweil besucht und sich mit Leiter Jörg Hügel und Anja Tausch über die aktuelle Lage der Suchtberatung im Landkreis ausgetauscht.

Die Fachstelle Sucht betreut jährlich rund 700 Klientinnen und Klienten. Den größten Anteil machen weiterhin mit Abstand Alkoholabhängigkeiten aus, gefolgt von Opiaten und Cannabis. „Alkohol ist nach wie vor das drängendste Thema.“, erklärt Hügel. Gleichzeitig nehme die Komplexität der Fälle zu, da Suchterkrankungen vermehrt mit psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftauchen.

Mit Blick auf den geplanten Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil rechnet die Fachstelle mit zusätzlichen Herausforderungen. Eine größere JVA bringe zwangsläufig mehr Suchtproblematik im Umfeld mit sich. Zwar sei eine zusätzliche Stelle für die Betreuung innerhalb der JVA vorgesehen, nicht jedoch für die Auswirkungen auf das Umfeld der Stadt. „Das wird nicht ausreichen“, befürchtet Tausch. Die Suchtstelle finanziert sich aus Mitteln vom Landkreis Rottweil und dem Land, muss aber auch einen Eigenmittel erwirtschaften. Dazu zählen ambulante Rehabilitationsangebote, Nachsorgeleistungen sowie Schulungen für Unternehmen und Glücksspielanbieter. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, stellt klar: „Die Suchtberatung verhindert hohe Folgekosten im Gesundheits- und Sozialsystem. Deshalb muss sie finanziell gut abgesichert sein“.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war das Thema Glücksspiel. Aus Sicht der Fachstelle sind Sportwetten ein zunehmendes Problem. „Wir sehen hier vor allem junge, männliche und handyaffine Betroffene. Glücksspiel bleibt oft lange verborgen“, schildert Hügel. Kritisch bewertet er aktuelle Regulierungen, denn Sperrfristen seien zu kurz und Kontrollen zersplittert zwischen Ordnungsamt, Polizei und weiteren Stellen. Karrais, glücksspielpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, betont: „Die aktuelle Politik vertreibt das legale und streng kontrollierte Glückspiel und bereitet damit den Illegalen den Weg. Gleichzeitig wird gegen den riesigen Schwarzmarkt nichts unternommen. Das schadet Spielern und unterstützt das Organisierte Verbrechen“. Es müsse darum gleichermaßen Spielerschutz und Kampf gegen die Illegalität betrieben werden.

 

Info:
Die Fachstelle Sucht Rottweil bietet Beratung, Prävention, ambulante Rehabilitation sowie Nachsorge für Menschen mit Suchterkrankungen an. Neben der Arbeit mit Betroffenen ist die Fachstelle auch in der Schulung von Unternehmen und der Beratung von Glücksspielanbietern tätig.

 

Bildunterschrift: Dieter Kleinmann, Jörg Hügel, Anja Tausch, Daniel Karrais, Franz Rohrer (Foto: Siebers)

Der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais (FDP) fordert eine Rückzahlung der von der Landesregierung rechtswidrig zurückgeforderten Corona-Soforthilfen. „Viele Betroffene werden trotz diverser Gerichtsurteile noch immer mit Rückforderungen und Zinszahlungen konfrontiert. Das betrifft im Landkreis Rottweil rund 1.100 Unternehmen“, erklärt Karrais. Dabei seien vor allem Kleinunternehmen, wie Friseure, Bäcker, Händler und Gastrobetriebe betroffen.

 

Zuletzt hatte das Land mehrere Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Rückforderung von Corona-Hilfen verloren. Nach der Rechtsprechung hätten Soforthilfen, die vor dem 7. April 2020 beantragt wurden vom Land nicht zurückgefordert werden dürfen. „Die CDU-Wirtschaftsministerin hat damit der Wirtschaft im Kreis Rottweil 7,2 Millionen Euro entzogen. Im ganzen Land geht es um 623 Millionen Euro. Das ist Geld, das dringend gebraucht wird und vor allem die ohnehin gebeutelte Betriebe trifft“, ärgert sich Karrais. Für alle Hilfen, die nach diesem Stichtag gezahlt wurden, fehlten noch klare Aussagen zu Rückzahlungen.

 

„Alle zurückgeforderten Hilfen müssen schnellstmöglich an die Betriebe zurückgezahlt werden. Das Wirtschaftsministerium handelt sonst wirtschaftsfeindlich“, fordert Karrais.

 

Die FDP im Landtag hat deshalb eine parlamentarische Anfrage eingereicht. Sie soll erstmals detaillierte Zahlen zu Rückforderungen, Zinsbescheiden, Widersprüchen und Klagen nach Stadt- und Landkreisen liefern. Mit der Anfrage will die FDP-Fraktion das Ausmaß der Rückforderungen offenlegen.

 

Den entsprechenden Antrag dazu finden Sie hier: 17_10141

„Die Strompreise müssen runter!“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat das Kunststofftechnikunternehmen ALWA in Deißlingen besucht und sich mit Geschäftsführer Dominik Kammerer über die aktuelle Lage des Unternehmens ausgetauscht.

ALWA ist als spezialisierter Dienstleister im Spritzguss tätig. Da die Kunststoffe aufgeschmolzen werden, bevor sie weiterverarbeitet werden können, ist der Betrieb sehr energieintensiv. „Die hohen Stromkosten treffen uns daher besonders hart. Entlastungen sind notwendig, um Herausforderungen zu meistern und um neue Perspektiven zu eröffnen“, macht Kammerer deutlich. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, verweist auf strukturelle Probleme der Energiepolitik: „Jahrelang lag der Fokus nur auf dem Ausbau von Windrädern und PV-Anlagen. Netze und Speicher hingegen wurden vernachlässigt“. Infolgedessen trieben die gestiegenen Netzentgelte und Umlagen den Strompreis in die Höhe. „Der Industriestrompreis der Bundesregierung hilft einem Mittelständler, wie ALWA leider nicht. Es muss kurzfristig eine breitere Entlastung her“, sagte der Energiepolitiker. Langfristig müsse der Fokus auf dem Netz- und Speicherausbau liegen, so könnten Privatkunden und Unternehmen entlastet werden, betont der Vorsitzende des Umwelt- und Energieausschusses im Landtag.

Auch bürokratische Vorgaben belasten den Betrieb erheblich. Kammerer schildert den hohen Aufwand für Dokumentationspflichten, Statistikmeldungen und zahlreiche Beauftragte. „Wir müssen immer mehr Personal für Aufgaben einsetzen, die keinen Mehrwert schaffen, sondern nur Vorgaben erfüllen“, so der Geschäftsführer. Karrais sieht darin ein generelles Problem: „Die Datensammelwut und das Beauftragtenwesen müssen eingedampft werden. Sie rauben den Unternehmen die Luft zum Atmen.“ Karrais fordert daher, Berichtspflichten, statistische Meldungen und Dokumentationspflichten rigoros auszusetzen.

Karrais kündigt an, sich weiterhin für die Interessen der mittelständischen Unternehmen im Kreis Rottweil einzusetzen.

Info:
Die ALWA GmbH & Co.KG ist seit über 40 Jahren im Landkreis Rottweil tätig und beschäftigt rund 100 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist auf Kunststoffspritzguss sowie Werkzeugbau spezialisiert und beliefert Kunden aus verschiedenen Industriebereichen, unter anderem der Sensor-, Maschinen- und Elektrotechnik.

Bildunterschrift: Daniel Karrais und Dominik Kammerer (Foto: Siebers)

Bürger müssen sich einschränken, aber bei „dicken Fischen“ wird nicht durchgegriffen.

 

Die Ergebnisse der heutigen Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft anlässlich der Aufklärung der Ereignisse rund um das monatelange Schweigen des Umweltministeriums im SF₆-Skandal in Baden-Württemberg kommentiert der klimapolitische Sprecher der Fraktion der FDP/DVP, Daniel Karrais:

 

„Der Umgang mit dem erheblichen Leck von klimaschädlichem SF6 wirft weiter Fragen auf. Über ein Jahr hinweg wurden der Landtag und die Öffentlichkeit nicht darüber informiert, dass eine Emission besteht, die rund das doppelte des Agrarsektors umfasst.

Das Vorgehen der des Umweltministeriums ist zu zögerlich. Obwohl klar ist, dass es nur ein Unternehmen in ganz Europa gibt, das SF6 im großen Stil herstellt, hat man erst um den heißen Brei herum geprüft, bevor Maßnahmen ergriffen wurden. Angesichts der hohen Detailliebe, in der sich die Grünen sonst in Sachen Klima-Maßnahmen engagieren, ist es nicht nachvollziehbar, warum man bei einer Emission solcher Ausmaße nur mit Samthandschuhen vorgeht. Jeder Einzelne muss sich im Kleinsten bei den Emissionen einschränken, bei den ‚dicken Fischen‘, wird dann aber nicht durchgegriffen. Das passt in keiner Weise zum eigenen Anspruch der Ministerin.

 

Umweltministerin Walker hatte deshalb wohl ein politisches Interesse daran, den SF₆-Skandal nicht in die Öffentlichkeit zu bringen. Das passt nicht zu den ideologischen Zielen der Grünen wonach Baden-Württemberg bereits 2040 klimaneutral werden will. Wohl deshalb hielt Walker es seit Bekanntwerden der hohen SF₆-Emissionen nicht für nötig, den Umweltausschuss frühzeitig und transparent zu informieren.

 

Aus Angst vor Schadensersatzklagen von Solvay verschleierte Walker die Emissionen gegenüber der Öffentlichkeit. Bezeichnend ist, dass im Jahr 2024 dreizehn Pressemitteilungen zum Wolf, aber keine einzige zu den SF₆-Emissionen veröffentlicht wurden. Aus Sicht der FDP hätte Walker nicht nur die Wahrung von Geschäftsgeheimnissen des Emittenten in den Mittelpunkt stellen dürfen, sondern auch eine öffentliche Information über die SF₆-Emissionen veranlassen müssen. “

„Angebote für Senioren müssen sichtbarer werden“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat die Seniorenassistenz Schmetterling in Rottweil besucht und sich mit den beiden Gründern Alexander Kaiser und Ilona Weißhaar über deren Unterstützungsangebote für ältere Menschen ausgetauscht.

Die Seniorenassistenz Schmetterling unterstützt Senioren im Alltag, etwa bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, mit Fahrdiensten oder bei Arztbesuchen. „So können wir dabei helfen, dass ältere Menschen länger zu Hause bleiben können und Familie und Angehörige entlasten“, sagte Kaiser. Dabei spüre man deutlich die Auswirkungen des demografischen Wandels: „Es kommen immer mehr ältere Menschen auf uns zu, die Unterstützung benötigen“, berichtet Mitgründerin und Pflegefachkraft Ilona Weißhaar. Dennoch wüssten die meisten Senioren und Angehörige gar nicht, dass es diese Form der Unterstützung gibt. Erst seit der Pflegereform im Jahr 2018 können auch private Anbieter wie die Seniorenassistenz Leistungen bei den Pflegekassen abrechnen. „Trotzdem verfallen rund 60 Prozent der möglichen Leistungen, weil die Menschen nicht wissen, dass es diese Angebote gibt“, so Geschäftsführer Kaiser. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, betont: „Wir werden immer älter. Der Bedarf nach altersgerechter Unterstützung im Alltag steigt“. Daher sei es wichtig, alle Formen der Unterstützung sichtbar zu machen und auch politisch zu unterstützen.

Aus Sicht der Gesprächspartner sei dazu ein neuer Kreisseniorenplan im Landkreis Rottweil notwendig. „Der aktuelle Plan aus dem Jahr 2015 bildet die heutige Angebotslandschaft nicht mehr ab“, so Weißhaar. Private Anbieter wie die Seniorenassistenz würden darin nicht berücksichtigt. Karrais, der Mitglied im Kreistag des Landkreises Rottweil ist, unterstreicht, dass der Plan dringend aktualisiert werden müsse, um die aktuelle Lage im Kreis Rottweil abzubilden.

Kaiser und Weißhaar wollen eine Seniorenmesse nach dem Vorbild des Zollernalbkreises etablieren. Hier sollen sich die verschiedenen Angebote für Senioren präsentieren können und allgemeine Informationen gestellt werden.

Karrais versprach sich im Kreistag und im Landtag für eine stärkere Sichtbarkeit derartiger Unterstützungsangebote einzusetzen.

Info:
Die Seniorenassistenz Schmetterling wurde 2020 gegründet. Das Unternehmen unterstützt Senioren im Kreis Rottweil. Ziel ist es, ältere Menschen präventiv zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Bildunterschrift (v.l.n.r.):  Alexander Kaiser, Ilona Weißhaar und Daniel Karrais (Foto: Siebers)

Rottweil / Fellbach – Beim Landesparteitag der FDP Baden-Württemberg in Fellbach setzten auch die Delegierten aus dem Kreis Rottwei um Kreisvorsitzenden Chris Wild und Landtagsabgeordneten Daniel Karrais klare Akzente für den bevorstehenden Landtagswahlkampf. Im Mittelpunkt der Debatten standen Forderungen nach einem schlanken, funktionierenden Staat, dem weiteren Ausbau von Energieinfrastruktur mit Verstand und einem starken Fokus auf Bürokratieabbau mit radikalen Maßnahmen.

Hans-Ulrich Rülke, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP, appellierte an die Parteibasis und an die Bürger des Landes, den politischen Kurs zu ändern: „Baden-Württemberg braucht einen bürgerlichen Aufbruch, der grüne Stillstandspolitik überwindet und die Kräfte der Freiheit und Eigenverantwortung stärkt“, betonte Rülke in seiner Rede. Da es mit überbordenden Vorschriften ein für alle Mal reiche, bekräftigte Rülke die Forderung nach der „demokratischen Notwehr“. Demnach solle unter anderem das Statistische Landesamt Dokumentationspflichten von Unternehmen einfach nicht mehr umsetzen. In einer Koalitionsaussage fasste die Partei den Beschluss, die derzeitige grün-geführte Landesregierung ablösen zu wollen und gemeinsam mit bürgerlichen Partnern wie der CDU positive Impulse für Wirtschaft, Bildung und Verwaltung zu setzen.

 

Ein besonderer internationaler Gast des Parteitags war der Staatssekretär für Bürokratieabbau aus Argentinien, Alejandro Cacace. Digitalpolitiker Daniel Karrais, der federführend an einem Vorschlag zur Verwaltungsvereinfachung mitgewirkt hat, nutzte den Austausch, um über die Umsetzung der Modernisierung und Entlastung der Verwaltung zu sprechen. Laut Cacace nutze die Regierung in Argentinien Künstliche Intelligenz, um Durchblick durch das Dickicht an Vorschriften zu erhalten. „Argentinien ist in der Überregulierung stecken geblieben. In Deutschland ist es auch bald so weit. Alle Ideen, wie man den Dschungel an Vorschriften abbaut, sind willkommen“, sagte Karrais.

 

In der sich anschließenden Aussprache meldete sich der Rottweiler Abgeordnete selbst zu Wort und lenkte den Blick auf die drängenden Herausforderungen für Baden-Württemberg: „Die Grüne Landesregierung hat den Netz- und Speicherausbau verschlafen und nur auf Teufel komm raus Windräder und PV-Anlagen gepuscht. Wir müssen endlich wieder Energiepolitik mit Sinn und Verstand machen und bei den Netzen aufholen.“ Versorgungssicherheit und bezahlbare Preise müssten in den Mittelpunkt rücken, statt einseitiger ideologischer Prioritäten, findet der Energiepolitiker.

Zudem machte Karrais klar, wie wichtig ein funktionierender Staat sei: „Wer in unserem Land etwas machen will, bekommt es früher oder später mit dem Staat zu tun. Der funktioniert aber oft nicht. Darum brauchen wir eine Reform. Wir sind die einzigen, die konkrete Vorschläge, wie die Abschaffung der Regierungspräsidien und Regionalverbände gemacht haben. Die Leute vor Ort in den Kommunen müssen wieder mehr entscheiden dürfen.“

 

Am 19. Januar 2025 erwarten die Freien Demokraten im Kreis ihren Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke als Gast um 19 Uhr im Sonnensaal des Kapuziners und laden herzlich zum damit verbundenen Neujahrsempfang ein. Um Anmeldung wird unter www.fdp-rottweil.de/nje26 gebeten.

 

Hintergrund:
Der Landesparteitag der FDP Baden-Württemberg in Fellbach markiert den offiziellen Start in das Wahljahr 2026. Unter dem Motto „Zurück auf Vorwärts“ will die Partei nach eigenen Angaben eine starke liberale Stimme für wirtschaftliche Freiheit, Verwaltungseffizienz und persönliche Freiheit in den Landtag bringen. Hans-Ulrich Rülke wurde erneut als Spitzenkandidat nominiert und stellt sich der Herausforderung, die FDP nach der Landtagswahl am 8. März als gestaltende Kraft im Parlament zu etablieren.

Im Rahmen seiner Heimatliebe-Tour war der FDP-Politiker in Beffendorf zu Gast. Neben Ortsvorsteher Roland Lauble hatten sich auch zwölf weitere Gesprächspartner eingefunden. Mit den Ortschaftsräten und Vereinsvertretern entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Lauble stellte zu Beginn den Oberndorfer Stadtteil vor. Über den Jugendclub und der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Kommandanten Tobias Benz schüttete er viel Lob für die engagierte Eigenleistung bei Renovierungen aus. „Eine lebendige Ortskultur mit vielen Vereinen ist ein Markenkern von Beffendorf“, sagte Lauble. Dies zeige sich auch an der Mehrzweckhalle, an deren Fassade alle Vereinswappen des Dorfs angebracht sind.

Ausführlich kam das Thema Windkraft zur Sprache. Ortschaftsrat Thomas Jochem sieht die Gefahr, dass die Gemeinde bald „von Windrädern umzingelt ist“. Er kritisiert, dass der Ausbau sehr stark vorangetrieben wird, ohne dass der nötige Netzausbau und der Aufbau von Speicherkapazitäten erfolgt.

Karrais stimmte zu: „Der Netzausbau und die Speicher sind wichtig und müssen massiv vorangetrieben werden.“ Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft moniert das bei der Regionalplanung die Netztopographie nicht beachtet werde. Dazu habe die FDP kürzlich einen konstruktiven Antrag im Landtag eingereicht.

Ein wichtiges Anliegen war den anwesenden Kommunalpolitikern auch, einen Radweg zwischen Beffendorf und Bösingen zu bauen. Karrais versprach, sich beim Verkehrsministerium über Fördermöglichkeiten zu erkundigen. Sinnvoll wäre dann auch, den Radweg zumindest bis Hochmössingen und Marschalkenzimmern zu verlängern, um eine durchgehende nördliche Verbindung in die Kreisstadt zu haben.

 

Zuletzt ließ sich Karrais über das Vorhaben „Kreisverkehr in der Ortsmitte“ informieren. Die Kreuzung, die in der Dorfmitte sowohl eine Nord-Südverbindung, als auch eine Ost-Westverbindung darstellt sei ziemlich unübersichtlich, wie Lauble vorstellt. Hier würde ein Kreisverkehr den Sicherheitsaspekt deutlich verbessern. „Die Stadt Oberndorf hat dazu bereits vor etlichen Jahren Pläne erstellt, die jedoch nie umgesetzt wurden“, bedauert der Ortsvorsteher. Verkehrsprojekte an Landesstraßen seien förderfähig vom Land. „Die Entscheidung muss aber die Stadt treffen, ob man das nochmal versucht“, stellt Karrais klar.

Auch der oft hohe bürokratische Aufwand für Vereine wurde kritisiert. Der Rottweiler Kommunal- und Landespolitiker fordert deshalb eine Entlastung für die Ehrenamtlichen von Auflagen und Pflichten. „Das ist aber ein ziemlich dickes Brett“, gibt Karrais zu. Die Entlastung gehe von der GEMA über Hygieneauflagen bis hin zu Sicherheitskonzepten. „Insgesamt brauchen wir mehr Entscheidungen vor Ort und müssen den Leuten wieder mehr Vertrauen, dass sie anständig mit ihrer Verantwortung umgehen“, sagt Karrais. Über diesen Mentalitätswechsel müsse man mehr reden, damit dieser auch bei den jeweiligen Stellen ankomme. 

Zum Schluss begaben sich Teilnehmer zum Beffendorfer Feierabend-Treff, der von allen Vereinen Beffendorfs getragen und organisiert wird.

Info: Im Rahmen der Heimatliebe-Tour besucht Daniel Karrais die Ortschaften und Gemeinden im Kreis Rottweil, um direkt mit den Menschen vor Ort über ihre Anliegen zu sprechen. „Ohne große Reden, dafür mit offenen Ohren: Was läuft gut, was nicht? Mein Ziel: zuhören, verstehen, anpacken“, erklärt der Abgeordnete. Die Termine werden gegebenenfalls vorab in den Gemeinden, in den lokalen Medien und in den Sozialen Medien angekündigt.

 

Bildunterschrift: Der FDP-Politiker Daniel Karrais in der Dorfmitte, wo Ortschaftsräte und Vereinsvorstände ihm die Sinnhaftigkeit eines Kreisverkehrs verdeutlichten. (Foto: Rack)

„Das versteht vor Ort doch niemand“

Im Rahmen seiner Heimatliebe-Tour hat der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais Boll besucht. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm und Ortschaftsrat Thomas Schmückle sprach Karrais über die aktuellen Herausforderungen des kleinsten Oberndorfer Ortsteils. Im Mittelpunkt standen die ausbleibende Radwegförderung, der Verkehr und das ehrenamtliche Engagement.

Ein zentrales Anliegen war der geplante Radweg entlang der Landesstraße 415. „Aktuell haben wir dort lediglich einen Gehweg, der jedoch direkt an der Landesstraße entlang führt. Die Strecke ist als gefährlich eingestuft worden, deshalb braucht es den Radweg als sichere Alternative“, erklärt Ortsvorsteher Schittenhelm. Die Planung sei weit fortgeschritten gewesen, doch die Fördermittel des Landes würden nun nicht freigegeben. Über die Gründe wisse man nichts. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, ist über diese Aussage verwundert: „Wenn ein Projekt kurz vor dem Abschluss steht, sollte es auch laufen.“ Der Vorsitzende des Ausschusses für Klima, Umwelt und Energiewirtschaft im Landtag sagt zu, mit einem Schreiben an das Verkehrsministerium Klarheit in der Sache zu schaffen.

Ein weiteres Thema war der Verkehr entlang der Ortschaft. Die Geschwindigkeit im gesamten Ort habe man bereits vor einiger Zeit erfolgreich auf Tempo 30 reduzieren können, erzählt Schittenhelm. Auf der Landesstraße gelte jedoch noch Tempo 60. „Wir haben bereits versucht die Geschwindigkeit auf 50 km/h abzusenken, um die Sicherheit zu erhöhen und den Lärm für Anwohnerinnen und Anwohner zu verringern“, so der Ortsvorsteher. Doch da es sich um eine Landesstraße handelt, könne man vor Ort kaum etwas bewirken. Karrais pflichtet ihm bei: „Vor Ort kennt man die Verkehrslage am besten und kann am besten einschätzen, welche Maßnahmen sinnvoll wären. Das muss keine Behörde fernab entscheiden“. Er setze sich dafür ein, dass die Kommunen mehr Freiheiten haben, eigene Regelungen zu Tempo und Verkehrsführung zu treffen.

Zum Abschluss hob Schittenhelm den besonderen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements in Boll hervor. „Gerade in den kleineren Ortschaften schaffen Feuerwehr, Vereine und Initiativen ein Stück Gemeinschaft“. Dies gelte es zu erhalten, doch auch hier machten sich die Herausforderungen bemerkbar. So habe der Schützenverein sich aufgelöst, da es an Nachwuchs fehlte. Für Karrais, der im Rahmen seiner Heimatliebe-Tour mit vielen Vereinen spricht, ein bekanntes Bild: „Viele Vereine bei uns im Kreis machen sich Sorgen um die Zukunft. Der Nachwuchs fehlt, die Vorschriften nehmen zu und Veranstaltungen zu organisieren wird immer komplizierter und kostspieliger“. Der Rottweiler FDP-Politiker setze sich daher für eine Ehrenamts-Taskforce auf Landesebene ein. Diese solle konkrete Vorschläge erarbeiten, wie ehrenamtliches Engagement wieder attraktiver werden kann. „Fast jede zweite Person in Baden-Württemberg engagiert sich ehrenamtlich. All diesen Menschen sollten wir keine Steine in den Weg legen, sondern ihnen den Rücken stärken“, betont der Landtagsabgeordnete.

Abschließend besuchte Karrais den Mostbesen, ein vom Musikverein organisiertes Ortsfest. Veranstaltungen wie diese zeigten, welchen Wert ehrenamtlicher Einsatz für die Gemeinschaft vor Ort habe, so der Rottweiler Landtagsabgeordnete.

Karrais kündigte an, sich an den entsprechenden Stellen für die Anliegen der Ortschaft Boll einzusetzen.

 

Info: Im Rahmen der Heimatliebe-Tour besucht Daniel Karrais die Ortschaften und Gemeinden im Kreis Rottweil, um direkt mit den Menschen vor Ort über ihre Anliegen zu sprechen. „Ohne große Reden, dafür mit offenen Ohren: Was läuft gut, was nicht? Mein Ziel: zuhören, verstehen, anpacken“, erklärt der Abgeordnete. Die Termine werden gegebenenfalls vorab in den Gemeinden, in den lokalen Medien und in den Sozialen Medien angekündigt.

 

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Landtagsabgeordneter Daniel Karrais, Ortschaftsrat Thomas Schmückle und Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm (Foto: Siebers)

Verkehrsanbindung und Ärzteversorgung sind Thema in Flözlingen

Im Rahmen seiner Heimatliebe-Tour war der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais in Flözlingen zu Gast. Ortsvorsteher Thomas Bausch, Mitglieder des Ortschaftsrats und Vereinsvertreter informierten Karrais über zentrale Herausforderungen des Zimmerner Ortsteils. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen der geplante Radweg nach Zimmern, die Busanbindungen sowie die medizinische Versorgung.

„Seit über zehn Jahren setzen wir uns für den Radweg zwischen Flözlingen, dem Gewerbegebiet InKom und Zimmern ein, jetzt liegt eine Detailplanung vor“, berichtet Ortsvorsteher Bausch. Ein Förderantrag über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz wurde bereits gestellt. Eine Entscheidung darüber wird im Frühjahr 2026 erwartet. Daneben war angedacht einen weiteren Antrag aus der Bundesförderung „Stadt und Land“ zu stellen, so Bausch. Das Bundesförderprogramm sei jedoch vor kurzem eingestellt worden. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, verweist auf das Sondervermögen des Bundes: „In Baden-Württemberg werden zwei Drittel des Landesanteils aus dem 500-milliardenschweren Wundervermögen an die Gemeinden gegeben. Die Kommune kann entscheiden, was sie mit diesem Geld macht“. Dies könne den Wegfall der Bundesförderung ersetzen. Er versprach zudem, sich über alternative Förderprogramme zu informieren.

Auch die Busanbindung in Flözlingen ist Thema. Viele Menschen im Ort wünschten sich, dass das bestehende Angebot ausgebaut wird, so Ortsvorsteher Bausch. Momentan könne man sich nur eingeschränkt mit Bussen bewegen, vor allem in den Ferienzeiten. Karrais, der auch im Kreistag aktiv ist, stellt klar, dass die Wirtschaftlichkeit ein Hemmnis für die Ausweitung der Buslinien im ländlichen Raum ist: „Eine Buslinie kostet schnell mehrere hunderttausend Euro pro Jahr und es sitzt trotzdem fast niemand drin“. Das sei für die finanziell belasteten Kommunen und den Landkreis oft nicht zu stemmen. „Ich bin skeptisch, ob wir mit Halbstundentakt im ländlichen Raum mehr Leute zum Umstieg auf den Bus bewegen. Das steht in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis, das tragbar ist“. Den Ausbau von Anrufbussen, die nach Bedarf fahren, hält Karrais daher für die sinnvollere Variante, um dem Bedarf zu begegnen. Wichtig sei, dass die Bestellung einfacher funktioniere als bisher.

Sorgen bereite den Familien in Flözlingen zudem der Mangel an Kinderärzten, wie Ortschaftsrat Jens Hauser berichtet. Seit der Schließung mehreren Kinderarztpraxen fehle es an einem Angebot in der Nähe. Familien müssten auf Hausärzte ausweichen, die jedoch keine pädiatrischen Leistungen durchführen dürften. Karrais betont: „Der Kreis Rottweil ist der Erste mit Unterversorgung bei Kinderärzten. Da müssen wir handeln“. Im Kreistag habe die FDP daher die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) angestoßen, das Ärzte mehrerer Fachrichtungen anstellt. „Mit dem MVZ können wir konkret Strukturen schaffen. Das Hauptproblem ist aber die verfehlte Gesundheitspolitik des Bundes. Solange es keine grundlegende Reform gibt, bekämpfen wir hier nur Symptome“, erklärt Karrais.

In der abschließenden Diskussion wurden weitere ortsrelevante Themen angesprochen, vom geplanten 1250-jährigen Ortsjubiläum 2029, über Auflagen des Denkmalschutzes bis zum Glasfaserausbau. Karrais versprach, sich an den entsprechenden Stellen für die Anliegen aus Flözlingen stark zu machen.

 

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Jens Hauser, Nadine Rottler, Matthias Seelinger-Bick, Frank Hauser, Joachim Decker, Thomas Michael Bausch, Florian Müllhäuser, Daniel Karrais, Manfred Haas  (Foto: Siebers)

Wer Digitalisierung ernst meint, darf alte Zöpfe nicht parallel weiterpflegen, sondern muss sie abschneiden

In der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum Abbau verzichtbarer Formerfordernisse sagte der digitalpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Daniel Karrais:

 

„Der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf geht in die richtige Richtung, aber er bleibt auf halber Strecke stehen. Die Ergänzung ‚oder elektronisch‘ ist sicher sinnvoll. Sie ermöglicht digitale Verfahren, wo bislang Papier dominierte. Aber mutig ist das nicht. Wirklich mutig wäre es, die Schriftform ganz zu streichen. Erst dann entsteht der nötige Druck, Verwaltungsprozesse konsequent elektronisch abzuwickeln.

Wir verpassen damit erneut eine Chance. Wer Digitalisierung ernst meint, darf alte Zöpfe nicht parallel weiterpflegen, sondern muss sie abschneiden. Solange ‚schriftlich‘ im Gesetz stehen bleibt, wird in der Praxis auch so gearbeitet werden und der Medienbruch bleibt bestehen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir echte Entbürokratisierung wollen oder nur kosmetische Korrekturen. Der Mut, die Schriftform abzulösen, wäre ein entscheidender Schritt nach vorn.“