Handwerk und Ausbildung

Das Handwerk ist eine tragende Säule der Wirtschaft und der Gesellschaft. Die vielen kleinen Unternehmen bieten den Menschen im Kreis gute Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass unsere Infrastruktur und unsere Gebäude ausgestattet und Lebensmittel sowie weitere Produkte hergestellt werden.

Viele Handwerksberufe leiden jedoch unter einem massiven Fachkräftemangel und an fehlenden Auszubildenden. Im Kreis Rottweil schlossen 253 Menschen im Jahr 2019 einen Ausbildungsvertrag in einem Handwerksberuf ab. Vor 2009 waren es jährlich noch über 300 Ausbildungsstarts im Handwerk. Währenddessen blieb die Zahl der Auszubildenden in Industrie und Handel pro Jahr bei etwa 670 bis 700 Ausbildungsstarts in etwa gleich [Quelle: Kl. Anfrage des Abg. Daniel Karrais „Wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Rottweil“ Drs. 16/8590].

In einigen Gewerken des Handwerks herrschte in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg eine durchschnittliche Vakanz von 130 Tagen bei der Besetzung offener Stellen. Dieser Wert ist überdurchschnittlich in allen Branchen und zeigt, dass es an Nachwuchs und Fachkräften fehlt.

Wir Freie Demokraten wollen darum das Handwerk attraktiver machen und die Ausbildungsberufe generell stärken. Für uns ist der Meister genauso viel wert, wie ein Master. Die Politik der Grünen, bei der der Mensch erst beim Abitur anfängt, ist mit unseren Vorstellung nicht vereinbar.

Wir wollen für das Handwerk:

  • die Meisterprämie auf weitere Branchen ausweiten und das Aufstiegs-BAföG für berufliche Fortbildungen, wie Techniker, Meister oder Betriebswert ausbauen.
  • das Handwerk durch Investitionen in Sanierungen und Neubauten von öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen durch Aufträge unterstützen.
  • die berufliche Ausbildung für die Handwerksberufe stärken und unterstützen. Die Politik muss positiv vom Handwerk sprechen und dazu ermuntern eine Ausbildung zu machen.
  • die Werkrealschule mit ihrem starken Praxisbezug erhalten und ausbauen.
  • die teilweise Wiedereinführung von Kammerpflichtmitgliedschaften unterstützen.
  • Bürokratie abbauen.

Kleine und mittlere Betriebe stärken

2018 hatten 89 % (5.614 von 6.299) der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe im Kreis Rottweil 0 bis 9 Beschäftigte. 517 Unternehmen hatten 10 bis 49 Beschäftigte, 142 Betriebe hatten 50 bis 249 Beschäftigte und nur 26 hatten mehr als 250 Arbeitnehmer mit Sozialversicherungspflicht.[Quelle: Statistisches Landesamt]

Das zeigt, dass 99,6 % der Betriebe weniger als 250 Beschäftigte hatten. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind also der Arbeitgeber schlechthin in der Region. Wir müssen es diesen Unternehmen leicht machen, im Wettbewerb zu bestehen. Dazu muss Bürokratie abgebaut werden, der Kontakt zum Staat vereinfacht und zuverlässig funktionieren und die Rahmenbedingungen wie Infrastruktur, Digitalisierung und Ausbildungsstätten müssen stimmen.

Darum wollen wir:

  • planungsrechtliche und baurechtliche Vorgaben so gestalten, dass kleine und mittlere Unternehmen sowie Betriebe des Handwerks die erforderlichen Entwicklungsmöglichkeiten haben. Dafür sind die Ausweisung neuer Gewerbegebiete im Land sowie schlanke Genehmigungsprozesse unabdingbar.
  • im gesamtgesellschaftlichen Interesse an einer hochwertigen Ausbildung unserer Fachkräfte in der Berufsausbildung sowie an Hochschulen festhalten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den ausbildenden Unternehmen ist in den Ausbildungsberufen eine qualitativ hochwertige, aktuelle und am Bedarf der Unternehmen und Betriebe orientierte Ausbildung gewährleistet. Die Kooperation zwischen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaft und der Dualen Hochschule mit den Unternehmen des Landes in Lehre und Forschung werden wir vorantreiben.
  • am System der Innovationsgutscheine für kleine und mittlere Unternehmen festhalten und dies bei Bedarf ausbauen. Sie fördern die Wettbewerbsgleichheit beim Zugang zu öffentlichen Forschungskapazitäten.
  • den kleinen und mittleren Unternehmen die notwendige Unterstützung gewähren, wenn es gilt, aufwendige europa- oder bundesrechtliche Vorschriften in die Praxis umzusetzen.
  • die vorhandenen Strukturen zum Technologietransfer von den Hochschulen in die baden-württembergische Wirtschaft weiterentwickeln.
  • zusätzliche Start-Up-Programme für Existenzgründer auflegen, damit neue Unternehmen mit Erfolg in den Markt eintreten können.
  • einen Auftragsschub durch die öffentliche Hand mit einer Sanierungsoffensive in öffentlichen Gebäuden, insbesondere an Schulen und Hochschulen, starten, um den zu erwartenden Nachfragerückgang durch die Corona-Krise auszugleichen und die Infrastruktur zu erneuern.

Mehr dazu im Punkt Wirtschaft.