Im Zuge des 25-jährigen Jubiläums ließ es sich der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais nicht nehmen Sandra und Thomas Efthymiou, den Inhabern von ProSana Schramberg, einen Besuch abzustatten. Karrais hatte sich in der Vergangenheit bereits für die Fitnessstudios eingesetzt und freute sich daher auf eine weitere Perspektive.

Von der Physiotherapiepraxis hin zu Medizinischer Trainingstherapie mit Physiotherapie, Osteopathie sowie Medical Wellness und auch medizinisches Fitnesstraining wären auf den 1000 Quadratmetern in der Schramberger Innenstadt möglich – wenn Fitnessstudios vom Staat nicht gerade als Freizeiteinrichtungen gesehen würden. Im Grunde führe das Ehepaar Efthymiou zwei Unternehmen, unterteilt in Physiopraxis und Fitnessstudio. Da der Physiobereich nun seit einiger Zeit wieder gut laufe, könne das Ehepaar keine Hilfen mehr beziehen, da, aus Sicht des Staats, der Fitnessbereich so ausgeglichen werde. „Es ist nahezu absurd. In unserem Physiobereich müssen wir Überstunden machen und im Fitnessbereich sind unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit. Finanzhilfen bekommen wir aber keine mehr,“ so Efthymiou.

Die Zügel aus der Hand genommen, so beschreiben die beiden Unternehmer das Gefühl des Quasi-Berufsverbotes. Es sei nur schwer zu akzeptieren, dass einem auf 25 Jahre harte Arbeit so ohne weiteres ein Deckel aufgesetzt werden kann, berichten die beiden, die das Unternehmen aufgebaut hatten. „Dabei wäre Sport gerade in der jetzigen Zeit enorm wichtig. Wir sitzen und sitzen und sitzen. Der Ausgleich kommt allerdings oftmals zu kurz, weil wir zum einen nicht in unsere Vereine dürfen und auch Sport in Kleingruppen mit unseren Freunden wird uns untersagt,“ kritisiert der Schramberger Physiotherapeut und Osteopath die Maßnahmen. Dabei haben in den vergangenen Wochen auch Virologen bestätigt, dass eine Ansteckung an der frischen Luft sehr unwahrscheinlich sei. Dies solle man nutzen, um kontaktlosen Sport in Kleinstgruppen zu ermöglichen.

Sandra und Thomas Efthymiou haben die Zeit der Schließungen jedoch auch genutzt. Einfach nur rumsitzen und darauf warten, dass alles besser wird, das entspreche nicht der Philosophie der beiden Unternehmer. So wurde das medizinische Personal des ProSana geschult, um Schnelltests bei den Mitarbeitern durchführen zu dürfen. „Neben einer Check-In und Check-Out Funktion zur lückenlosen Kontaktnachverfolgung haben wir so nun die Möglichkeit vor Ort Tests durchzuführen, um dem Risiko einer Infektion noch einmal mehr vorzubeugen,“ erklärte Efthymiou.

Für Daniel Karrais sei es ebenfalls nicht nachvollziehbar, wieso Fitnesseinrichtungen nicht als Gesundheitszentren, sondern vielmehr als Freizeiteinrichtungen abgestempelt werden: „Auch die Bundesnotbremse verortet Fitnessstudios in den Freizeitbereich. Ein Ort, an dem man bewusst etwas für seinen Körper und seine Gesundheit tut, sollte gefördert und nicht ausgebremst werden.“ Außerdem verstehe Karrais nicht, wie es sein könne, dass die Efthymious einen finanziellen Nachteil hätten, weil sie in ihrer Physiopraxis arbeiteten. „Es ist richtig, dass der Physiobereich nun gut läuft, aber das kann man doch nicht gegen den Fitnessbereich aufwiegen. Schon gar nicht, wenn durch die Bundesnotbremse eine Öffnung in weite Ferne rückt,“ kritisiert Karrais dabei das Vorgehen bei der Auszahlung der Hilfen.

Der Rottweiler Landtagsabgeordnete und die beiden Inhaber des ProSana Schrambergs sind sich einig – Sport muss schnell wieder möglich sein und zwar in Kleinstgruppen an der frischen Luft. Und auch für die Fitnessstudiobetreiber wünscht sich Karrais eine baldige Perspektive. „Jedes Fitnessstudio hat sich mir bisher mit einem einwandfreien Konzept präsentiert. Ich wünschte, die Regierung würde sich auch mal die Zeit nehmen, um sich Einrichtungen vor Ort anzuschauen. Vielleicht würde man dann endlich mal mehr gestalten, anstatt immer nur zu verwalten,“ so Karrais abschließend.