1966 gegründet und auch heute noch im Familienbesitz – der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais besuchte die Gebrüder Schwarz GmbH in Neukirch. Die Geschäftsführer Uwe Schwarz und Jens Roth sowie der Vertriebsleiter Danny Schwarz und der kaufmännische Leiter Marius Glück gaben Karrais einen spannenden Einblick in die Unternehmenshistorie, die Unternehmensphilosophie sowie das aktuelle Produktportfolio. Mit rund 200 Mitarbeitern in Werkzeugbau, Kunststoffspritzguss, Montage und Verwaltung stehe das Unternehmen sowohl national als auch international für präzise, anspruchsvolle und innovative Kunststoffsystemlösungen mit optimalen Fertigungsabläufen.

In vier Branchen sei das Unternehmen aktuell aktiv. Zum einen in der Automotive Branche, wobei der Anteil hier gezielt von 60 Prozent auf ungefähr 15 Prozent reduziert wurde. Zum anderen im Gesundheitswesen, in der Energie- und Umwelttechnik sowie der Mess- und Elektrotechnik. Schwarz und Roth war es wichtig zu betonen, dass ihr Unternehmen technische Kunststoffe verwende, die jedoch nicht mit dem „Verpackungsplastik“ zu verwechseln seien, gegen den es politische Maßnahmen gebe. „Unsere Produkte landen nicht im Fluss oder im Meer, sondern sind nachhaltig und in ihren Eigenschaften unersetzlich. Das könnte man mit anderen Materialien nur mit viel mehr Aufwand oder schlechteren Eigenschaften realisieren,“ erklärt Roth.  Daniel Karrais, von Beruf Ingenieur, stimmte zu: „Plastik wird oft als Synonym für unnötige Umweltverschmutzung verwendet. Dabei geht es bei manchen Produkten einfach nicht ohne technische Kunststoffe. Da muss besser unterschieden werden.“ Generell plädiere er für eine differenzierte Betrachtungsweise in der Umweltpolitik. Diese dürfe nicht durch Ideologie getrieben sein.

Die Corona-Pandemie habe auch auf das Neukircher Unternehmen Einfluss gehabt. Durch das Produktportfolio im Medizinbereich entstand ein Mehrbedarf an Teilen für Monitorsysteme von Beatmungsgeräten, welche von der Gebrüder Schwarz GmbH produziert wurden. Nichtsdestotrotz sei es ungewiss, wie die kommenden Wochen weiter verlaufen. Von der Politik würden die Geschäftsführer und Leiter mehr erwarten, als bisher gekommen wäre. „Maßnahmen wie die Mehrwertsteuersenkung bringen aus unserer Sicht leider nichts. Ich hätte mir mehr Investitionen im Forschungs- und Entwicklungsbereich gewünscht, um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen zu befeuern,“ so Uwe Schwarz. Auch die einseitige Förderung der E-Mobilität empfinden Schwarz und Roth für falsch. „Man hat die Gießkanne ausgepackt, statt gezielt die Transformation der Wirtschaft zu unterstützen. Diese Ausgabenpolitik wird uns noch teuer zu stehen kommen,“ ist auch der Rottweiler Abgeordnete Karrais überzeugt.

Gut dabei ist der Kunststoffspezialist bei der Nachhaltigkeit. 20 Prozent der Energie könne die Firma durch eigene Photovoltaikanlagen selbst decken. „Ziel ist es, dass wir 51 Prozent unseres Bedarfes selber decken können. Wir können aber die dafür benötigte neue PV-Anlage nicht bauen, da das örtliche Netz dies nicht hergebe und die EEG-Regeln einen Eigenverbrauch nicht zulassen,“ berichtete Schwarz kopfschüttelnd. Auch Karrais ist von dem Vorgehen der Landesregierung in Sachen Photovoltaik-Förderung nicht begeistert. „Die Forschung und Entwicklung von Energieeffizienz und Speichertechnologien müsste viel weiter vorangetrieben werden. Baden-Württemberg setzt lieber auf die Windenergie, was ich in einem relativ windstillen Bundesland wie Baden-Württemberg für wenig sinnvoll erachte. Wir haben einfach andere Stärken,“ so Karrais. Ein massives Problem sehe er in der sehr bürokratischen Regelung des EEG. Diese setze oft falsche Anreize oder verhindere einen eigenständigen Ausbau, wie beispielsweise von der Firma Schwarz. „Auf der einen Seite kann man nicht freiwillig eine neue Anlage bauen, wegen der Regularien, auf der anderen Seite führt die Landesregierung dann eine PV-Pflicht für Neubauten ein. Das ist Null durchdacht,“ kritisierte der Energiepolitiker.

Beim abschließenden Rundgang durch die Produktionshalle und Aufenthaltsräume konnte sich der Besucher von der Modernität der Arbeitsplätze und dem breiten Spektrum der Produkte überzeugen.

v.l. Jens Roth, Danny Schwarz, Daniel Karrais MdL, Marius Glück, Uwe Schwarz

Der Besuch fand bereits vor den verschärften Novemberregelungen statt.

 

 

 

Kürzlich besuchte der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais Bösingen. Man dürfe nicht vergessen, dass neben der Corona-Pandemie auch weitere Herausforderungen auf den Kommunen und Betrieben lägen. Deswegen sei es auch so wichtig, ständig präsent zu sein. Im Austausch mit Bösingens Bürgermeister Johannes Blepp informierte sich Karrais über die Lage. Das Infektionsgeschehen sei in Bösingen, auch jetzt während der zweiten Phase der Pandemie, eher ruhig, berichtete der Schultes. Eine weitere erfreuliche Neuigkeit sei die Summe der Gewerbesteuer, welche aktuell nämlich 1,66 Millionen Euro betrage und somit die eigentliche Planung übertreffe.

Nichtsdestotrotz sei die wirtschaftliche Lage allgemein angespannt, und das nicht erst seit Beginn der Krise, so Blepp. „Es ist nun mal kein Geheimnis, dass viele Betriebe im Kreis Rottweil und so auch in Bösingen am Verbrennungsmotor hängen,“ erklärte der Bürgermeister. Blepp erinnerte an die Uhrenkrise im Schwarzwald-Baar-Kreis. Er hoffe, dass man den Wandel im Arbeitsmarkt jetzt wieder nutze, um die Kraft in die Transformation zu stecken, um gegebenenfalls in einem neuen Gebiet ebenfalls erneut mit Innovation und Tatkraft zu glänzen. „Unsere Region hat kluge Köpfe. Ich hoffe nur schwer, dass keine Abwanderung stattfindet,“ gibt Blepp zu bedenken.

In Sachen Digitalisierung hingegen könne man die Gemeinde Bösingen als echten Vorreiter im Kreis sehen. Lediglich die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung lasse noch zu wünschen übrig, das hänge aber vor allem damit zusammen, dass das Innenministerium hier noch keinen Turbo gezündet habe, so Blepp. Karrais, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, freut sich, über die Bösinger Innovationskraft. „Digitalisierung findet statt, ob man das gut findet oder nicht. Darum sollten sich die Bürgermeister und Politiker jetzt der Aufgaben annehmen und anfangen diesen Wandel zu gestalten, statt die Augen zu verschließen,“ so Karrais.

Im Anschluss an das konstruktive Gespräch ging es für Karrais und Blepp weiter zur Gebrüder Bantle GmbH & Co. KG. Bereits 1956 wurde das Straßen- und Tiefbauunternehmen gegründet. Georg Bantle betreibe die Firma nun in zweiter Generation und beschäftige aktuell rund 140 Mitarbeiter. Mit der Gründung der Berb GmbH 6 Co. KG ist Georg Bantle zudem im Bereich der Realisierung von Erdbau-, Abbruch- und Entsorgungsprojekten tätig. Die Pandemie habe nur wenig Einfluss auf die Wirtschaftskraft des Unternehmens. Der Betrieb im Straßen- und Tiefbau laufe nach wie vor.

Nichtsdestotrotz habe es das Bauwesen mit anderen, bürokratischeren Herausforderungen zu kämpfen. „Leider habe ich das Gefühl, dass sich das Land Baden-Württemberg bzw. die Landesvorschriften oftmals zu sehr auf die Europäische Union berufen und sich hinter deren Vorgaben verstecken,“ kritisierte Bantle. Hierbei spiele er konkret auf eine Situation an, bei der eine Gebietserweiterung nicht durchführbar war, da für Unsummen an Geld drei Zauneidechsen vergrämt werden mussten und auch der Individualverkehr werde „von oben“ immer mehr verteufelt, dabei sei man im ländlichen Raum auf das Auto angewiesen. Für Bantle ist klar: „Ich würde mir wünschen, dass die Landesregierung hier mit Maß und Ziel vorgeht und auch die wirtschaftliche Seite verhältnismäßig miteinbezieht.“

Bantle käme es so vor, als würde die Politik in und auch ausschließlich für Stuttgart gemacht werden. Dass der ländliche Raum jedoch andere Ansprüche habe, beachte keiner. Dem pflichtete Karrais bei. „Für Karrais sei klar, dass man den ländlichen Raum als Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsraum differenziert betrachten muss, denn eine Politik für die Stadt könne dem nicht gerecht werden. „Viele Gesetze werden gemacht, um die Probleme in den Ballungszentren zu lösen, der ländliche Raum bleibt dabei auf der Strecke,“ erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete. Vor allem in der Mobilität versteife sich die Landesregierung auf die Großstädte mit gutem ÖPNV. „Das wird hier nicht funktionieren,“ ist Karrais überzeugt.

 

Der Besuch fand bereits vor den verschärften Novemberregelungen statt.

 

 

 

DP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais im Austausch mit Michael Maute, Geschäftsführer von Fitness Rottweil

 Durch die Einschränkungen sind große Zusammenkünfte aktuell nicht möglich. Dies hielt den FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais jedoch nicht davon ab mit Michael Maute, dem Geschäftsführer von Fitness Rottweil, einem Fitnessstudio auf der Saline, auf Instagram in den Austausch zu kommen. So konnten über fünfzig Zuschauer dabei sein und Fragen stellen.

Seit dem 2. November sind Fitnessstudios im Zuge des November-Lockdowns erneut geschlossen. Dabei seien die Fitnessstudios schon unter den letzten Betrieben gewesen, die nach den ersten Maßnahmen wieder öffnen durften. Für Maute und viele weitere Fitnessstudiobetreiber beginne nun eine sehr herausfordernde Zeit. Die Maßnahmen stießen bei Maute und den Branchenkollegen auf großes Unverständnis. Seit der Wiederöffnung im Juni wurde viel Zeit in Hygiene- und Abstandskonzepte investiert. Maskenpflicht, Markierungen, Desinfektionsstationen, selbstentkeimende Beschichtungen auf den Geräten – viele Studios waren in den vergangenen Monaten sehr aktiv, um den Sportlern ein möglichst sicheres Training zu ermöglichen. Auch vor teuren Entlüftungsanlagen hätten sie keinen Halt gemacht, so Maute. „Wir waren guter Dinge, haben investiert und dann kam es wie ein Paukenschlag, wir müssen erneut schließen,“ berichtete Maute. Der Geschäftsführer regt an, dass man Fitnessstudios keinesfalls ausschließlich als Freizeiteinrichtungen betrachten darf. „Unsere Kunden kommen nicht nur aus ästhetischen Gründen zu uns, sondern haben gesundheitliche Ziel, wie den Erhalt oder Wiederaufbau wertvoller Muskulatur oder zum Beispiel auch gerade in dieser Zeit, um ihr Immunsystem zu stärken,“ erklärt der studierte Fitnessökonom. Es gehe hier also um die Gesundheit der Bevölkerung.

Auch bei dem Rottweiler Landtagsabgeordneten stoßen die Maßnahmen auf Skepsis. „In Deutschland trainieren ungefähr 12 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio. Das ist definitiv eine relevante Zahl. Sport ist Gesundheitsvorsorge und das ist jetzt nicht mehr so einfach möglich,“ gibt Karrais zu bedenken. Karrais und seine Fraktion hätten bereits einen Antrag im Landtag gestellt, dass unter anderem Fitnessstudios, aber auch weitere Branchen, gegebenenfalls mit schärferen Einschränkungen wieder öffnen dürfen. „Meiner Meinung nach hätte man lieber die Personenanzahl reduzieren sollen, bevor man wieder radikal alles schließt. Einfach nur alles schließen, wo es Kontakte gibt, ist keine Strategie, die wir lange durchhalten,“ sagte Karrais.

Ob die versprochenen Ausgleichzahlungen von 75 Prozent des Vorjahresmonatsumsatzes ankommen, sei zudem ungewiss. Für Fitness Rottweil sei dies nur wenig zufriedenstellend, da der Betrieb erst im September des Vorjahres eröffnet wurde und im entsprechenden Vergleichsmonat noch keinen vergleichbaren Umsatz erwirtschaften konnte. Karrais will weiter am Ball bleiben und für eine Wiedereröffnung der Fitnessbranche werben. „Es ist aber auch jeder Einzelne gefragt, sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Wenn die Zahlen niedriger sind, können mehr Betriebe öffnen,“ appelliert Karrais zum Schluss an die Zuschauer.

 

Um einen besseren Einblick in die Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) zu bekommen, besuchte der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais den THW Ortsverband Rottweil. Der Ortsbeauftragte Tobias Wagner führte Karrais durch die Unterkunft in Zimmern, in die das THW 1985 einzog. Gegründet wurde der Ortsverband jedoch bereits 1954. Neben Tobias Wagner nahmen auch Markus Woywod, der hauptamtliche Leiter der THW Regionalstelle Villingen-Schwenningen sowie weitere ehrenamtliche Helfer an dem Austausch statt. Insgesamt gebe es neun solcher Regionalstellen in Baden-Württemberg. Der Regionalstelle Villingen-Schwenningen sind dabei 13 Ortsverbände unterstellt. Somit sei die hiesige Regionalstelle die größte in Baden-Württemberg ist. Im Ortsverband Rottweil gebe es aktuell rund 45 aktive Ehrenamtliche, die sich für die Belange des THW einsetzen. Und auch in der Jugendarbeit hat das THW einiges vorzuweisen. So umfasse die Jugendgruppe des THW Ortsverbands Rottweil derzeit circa 20 interessierte Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 18 Jahren. In den nächsten zwei bis drei Jahren wolle das THW in einen Neubau umziehen, der gerade noch in Planung sei. Besonders bei der Besichtigung der Garage wurde deutlich, dass die alte Unterkunft längst nicht mehr der Größe und den heutigen Anforderungen entspreche.

In den vergangenen Monaten und besonders in der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie war das THW stark gefordert. So wurde das THW beispielsweise bei der Beschaffung sowie der Lagerung von Schutzausrüstungen eingesetzt und auch das Notzentrum am Gesundheitsamt Rottweil wurde vom THW aufgebaut. Während der Fokus beim THW früher eindeutig auf der Bergung lag, rückte mit den Jahren immer mehr die Notversorgung und die Notinstandsetzung in den Fokus. Aktuell befinde sich das THW im Wandel. Besonders die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, welche Bedeutung der Logistik im THW zuzuschreiben sei, erklärte Tobias Wagner. „Aus diesem Grund wird aus der Fachgruppe Logistik in Zukunft der Fachzug Logistik werden,“ so der Ortsbeauftragte. Ein weiterer wichtiger Einsatz des THW in den vergangenen Monaten war die Unterstützung der Feuerwehr, beispielsweise mit einem Radlader oder auch mit dem Betanken der Einsatzfahrzeuge, beim Brand auf der Red Stone Ranch in Deißlingen.

Das Schöne am THW, so Tobias Wagner, sei das Baukastenprinzip. „Da das THW eine Bundesbehörde ist, sind wir weit über Kreis- und Ländergrenzen hinweg vernetzt. Jeder Ortsverband hat hierbei sein Spezialgebiet, welche man bei Bedarf zusammenwürfeln kann,“ erklärte der Ortsbeauftragte eindrücklich. Ein gutes Beispiel dafür sei die Feldküche, die man beispielsweise problemlos vom Ortsverband Konstanz anfordern würde. Über Landesgrenzen hinweg arbeiten beziehe das THW dabei nicht nur auf die Bundeslandgrenzen. So berichtete einer der anwesenden Ehrenamtlichen, dass er mit dem THW bereits in Liberia oder Bosnien war. „Wie man sieht, wir sind wie eine große Familie und ein Meister im Networking,“ fasst Wagner mit einem Grinsen zusammen.

FDP-Landtagsabgeordneter Daniel Karrais, der Mitglied im Innenausschuss des Landtags ist, erkundigte sich bei Tobias Wagner und seinen Kameraden danach, was der Hilfsorganisation fehle. „Auch wenn das THW originär eine Bundeseinrichtung ist, gibt es gegebenenfalls ja trotzdem etwas, das es sich vom Land wünschen würde,“ erklärte Karrais. Wagner berichtet, dass der Bund erst kürzlich Zelte bereitgestellt hat, um im Falle einer Krise Notunterkünfte aufzubauen. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass man hier eine Lösung in dem Sinne findet, dass der Bund die Zelte bereitstellt und das Land wiederum die entsprechende Heizung, denn im Winter wird es in so Zelten ganz schön kalt,“ so der Ortsbeauftragte. Karrais hält dies für eine gute Idee: „Wir haben in Deutschland im Grunde nur zwei Organisationen mit solch einem logistischen Knowhow. Das ist zum einen die Bundeswehr und zum anderen ist das ganz klar das THW. Ich fände es gut, wenn das Land so eine wichtige Hilfsorganisation dahingehend unterstützt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich ursprünglich um eine Bundeseinrichtung handelt.“

Karrais, der selbst Ingenieur ist, zeigte sich nach seinem Besuch insgesamt sehr beeindruckt von der Arbeit des THW und der dort verwendeten Technik. „Ich wünschte ich hätte mehr Zeit, um mich bei so einer tollen Organisation wie dem THW zu engagieren,“ schließt Karrais den Besuch beim THW ab.

Der Termin fand bereits vor dem Lockdown statt.

Auf dem Bild zu sehen v.l.n.r.: Tobias Wagner, Daniel Karrais MdL und Markus Woywod

 

 

Im Rahmen der Online-Diskussionsveranstaltung der FDP/DVP-Fraktion zum Thema „Kein Internet – keine Digitalisierung. Wie wir der digitalen Infrastruktur ein Update verpassen“ betonte der Abgeordnete Daniel Karrais noch einmal die Bedeutung der Digitalisierung zur in Baden-Württemberg:

„Gerade die Corona-Pandemie mit der verbundenen Notwendigkeit, vermehrt im Home-Office zu arbeiten, die Kinder im Home-Schooling zu unterrichten und mit der Familie Video-Telefonie zu betreiben, hat gezeigt, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist. Alle Digitalisierungsbestrebungen fußen auf einem schnellen Internet. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob man in einer dichtbesiedelten Stadt oder im Ländlichen Raum lebt. Wir in Baden-Württemberg haben da einen großen Nachholbedarf. Wir dürfen nicht weiter abgehängt werden. Daher lautet mein dringender Appell an die Privatwirtschaft und an die Bundes- und Landesregierung: An der Digitalisierung darf nicht gespart werden.“

In der von Guido Gehrt, Leiter der Bonner Redaktion des Behördenspiegels, moderierten Diskussion betonte Michael Schlichenmaier, stellvertretender Stabsstellenleiter des Landkreistags Baden-Württemberg sowie Mitglied der Clearingstelle Digitale Infrastruktur im Ländlichen Raum, die Bedeutung des schnellen Internets. Daher sei es folgerichtig, dass von staatlicher Seite nur auf glasfaserbasierende Technologien gefördert werden. Als die großen Herausforderungen identifizierte er die finanzielle Ausstattung für Breitbandinfrastruktur, in die mehr investiert werden müsse. Auch werde die Bürokratie für viele Antragssteller als überbordend wahrgenommen, was die Antragsstellung unnötig verkompliziere und verlängere.

Kai Schinkel, Unternehmer und Mitglied des DIHK-Ausschuss für Informations- und Kommunikationstechnologie, machte noch einmal deutlich, dass die Politik im Rahmen des geförderten Ausbaus, mit der Privatwirtschaft, also dem eigenwirtschaftlichen Ausbau, in einen engeren und verbesserten Austausch gehen müsse. Doppelstrukturen gelte es zwingend zu vermeiden. Zudem machte er die Bedeutung des Breitbandausbaus auch für die ärztliche Versorgung deutlich, denn Telemedizin werde eine immer größere Bedeutung in der Gesellschaft bekommen. Zudem werde der Breitbandbedarf durch die voranschreitenden Technologien, beispielsweise bei der Videoüberwachung, stetig steigen.

Alle Referenten waren sich einig, dass die Digitalisierung als großer Treiber für Veränderung in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft fungiert und die Gestaltungs- und Zukunftsaufgabe unserer Zeit ist.

FDP-Politiker Karrais und Strasser zu Besuch

 Der Berger Bundestagsabgeordnete, Benjamin Strasser (Wahlkreis Ravensburg) ist als religionspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion viel in Sachen interreligiösem Dialog unterwegs. Auf Einladung des Rottweiler Landtagsabgeordneten Daniel Karrais verschlug es ihn nach Rottweil, um gemeinsam mit dem Bundestagskandidat im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, Andreas Anton, die israelitische Kultusgemeinde Rottweil – Villingen-Schwenningen hier in Rottweil zu besuchen.

Die Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde mit orthodoxem Ritus, Tatjana Malafy gab ihrer Freude Ausdruck über den Besuch der liberalen Mandatsträger. Sie stellte eine offene israelitische Gemeinde vor, die den Kontakt zu Schulen und Kindergärten, aber auch zu anderen Religionsgemeinschaften suche. „Corona“, so Malafy, „machte viele Besuche und Gespräche unmöglich. Das gute Miteinander hat sich in dieser Zeit aber verstärkt.“

Im Gebetsraum zeigte die rührige Geschäftsführerin die drei Tora-Rollen, von denen eine vom Landkreis Rottweil zum zehnjährigen Bestehen der Gemeinde gespendet wurde. Die Gemeinde, deren Einzugsgebiet die ganze Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sei, bestehe aus 280 Mitgliedern. Dass die jüdische Gemeinde ein Viertel der Bausumme für den Neubau der Synagoge aufbrachte, nötigte dem Rottweiler Landtagsabgeordneten Daniel Karrais großen Respekt ab. Malafy, die auch stellvertretende Vorsitzende im badischen Oberrat der Israeliten sei, zeigte den Gästen, unterstützt von Yosyp Svobodin, dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde, die Räumlichkeiten, die die Synagoge biete. Neben dem Gebetsraum gibt es Büros, einen Veranstaltungsraum, einen Jugend- und Seminarraum, zwei koschere Küche und ein rituelles Bad.

Die Begeisterung über das gute Gemeindeleben wurde bei dem Gespräch mit Malafy sehr deutlich. Besonders angetan waren die Besucher von den großen Bemühungen beim jüdischen Religionsunterricht und dem interreligiösen Dialog. Malafy brachte es auf den Punkt: „Wir sind alle gleich, nur beten wir anders. Darum tauschen wir uns eng mit Christen und Muslimen in der Gegend aus.“ Nichtsdestotrotz haben jüdische Gemeinden nach wie vor mit großen Herausforderungen zu kämpfen.

Der religionspolitische Sprecher Benjamin Strasser lobte das Engagement und verurteilte die Angriffe auf jüdische Gemeinden. „Der Angriff vor der Hamburger Synagoge Anfang Oktober ist ein harter Schlag für unsere jüdischen Gemeinden in Deutschland. Es ist gut, dass die Tore hier in Rottweil für Interessierte weiterhin offen bleiben und der Dialog auch so sehr gewünscht wird,“ so Strasser.

Dennoch müsse man sich fragen, was Innenminister Seehofer in diesem Jahr konkret für den Schutz jüdischen Lebens getan habe. Die Bilanz fiele hierbei mager aus. „Glücklicherweise gibt es jetzt erste Absprachen zwischen dem Innenministerium und dem Zentralrat der Juden, dass die baulichen Gegebenheiten von Synagogen besser ausgestattet werden sollen,“ erklärte der religionspolitische Sprecher. Strasser finde es wichtig und richtig, dass das Innenministerium nun endlich handle. Doch auch die Länder müssten hierbei in die Verantwortung genommen werden. Dem pflichtete der Landtagsabgeordnete Daniel Karrais bei: „Wir müssen neben der Sicherheit für die Einrichtungen vor allem auch Aufklärung betreiben, damit antisemitisches Gedankengut gar nicht erst entsteht, denn Berichte zeigen ganz deutlich, dass Antisemitismus in der Gesellschaft leider wieder zunimmt.“ Für die teilweise stattfindenden Anfeindungen habe Karrais keinerlei Verständnis und bedauerte, dass es auch Leute gebe, die aus Angst ihre Religion verbergen würden.

Mit vielen positiven Eindrücken verabschiedeten sich die FDP-Politiker und bedankten sich für die vielfältigen Eindrücke und große Gastfreundschaft.

 Text zum Bild: Stark beeindruckt zeigten sich die FDP-Politiker Benjamin Strasser (MdB), Daniel Karrais (MdL), Andreas Anton und Dieter Kleinmann (MdL a.D.) beim Besuch der Synagoge in Rottweil. Tatjana Malafy und Yosyp Svobodin berichten von einem vitalen interreligiösen Dialog. Der Besuch fand bereits vor den weiteren Einschränkungen statt.

 

 

 

 

 

 

 

Bei einem Gespräch (vor dem November-Lockdown) mit Wellendingens Bürgermeister Thomas Albrecht informierte sich der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais über die Situation der Gemeinde. In Wellendingen seien viele Familienunternehmen angesiedelt. Auch diese habe ich die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown hart getroffen, berichtete Albrecht. Mittlerweile sei die Wirtschaft wieder angekurbelt worden. Manche Unternehmen verzeichneten indes sogar eine höhere Produktionsauslastung als im Oktober 2019, so der Bürgermeister. „Das ist aber gewiss nicht der Regelfall,“ stellt er klar.

Für den Wellendinger Schultes sei jetzt wichtig, dass man nicht zu schnell in einen Investitionsstopp verfalle. „Während beziehungsweise nach der Finanzkrise haben wir über 15 Millionen Euro investiert. Geholfen hat uns dabei das Zukunftsinvestitionsprogramm der Landesregierung,“ erklärte Albrecht. Es sei wichtig, dass man die Dinge am Laufen halte. Zudem komme hinzu, dass man im Tiefbau bereits jetzt gute Preise erzielen könne. „In der letzten Wirtschaftskrise hat uns die Investition gut geholfen. Wir müssen uns immer in Erinnerung rufen, dass wir damit der Zukunft den Weg bereiten,“ verdeutlichte der Wellendinger Bürgermeister.

Etwas das sowohl Bürgermeister Albrecht, als auch den FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais, beschäftigt, sei die Digitalisierung im Bildungswesen. „Die Schulschließungen und die spontanen Anforderungen an das Homeschooling haben leider deutlich gemacht, dass die Bildung unserer Kinder zum Teil doch mit dem Elternhaus zusammenhängt,“ berichtet der Schultes aus seiner Erfahrung. Man könne von nicht von einer Familie erwarten, dass sie für jedes ihrer Kinder ein eigenes Tablet oder ähnliches zur Verfügung stellen könne, sind sich die beiden Politiker einig. „Wir müssen Bildung als Rohstoff sehen,“ forderte Bürgermeister Albrecht. Nur so könne man ausreichend in die klugen Köpfe unserer Region und somit in die Zukunft investieren. Karrais macht deutlich: „Es ist nicht damit getan, eine gewisse Anzahl an Tablets für die Schulen bereitzustellen und jedem Schüler in die Hand zu drücken. Wir benötigen zum einen entsprechende Bildungsplattform und zum anderen eine Fachkraft, die die Tablets dann auch Wartet und instand hält.“ Für das eine habe die FDP/DVP-Landtagsfraktion bereits eine Idee. Ein sogenannter Digitaler Hausmeister könnte sich, gegebenenfalls auch schulübergreifend, um genau diese Wartung und Instandhaltung kümmern. Des Weiteren, so der Digitalexperte, sei das Land in der Pflicht seine Lehrerinnen und Lehrer für den digitalen Unterricht fit zu machen. „Es bringt nichts die beste digitale Ausstattung zu haben, wenn das Know-How zum Umgang damit fehlt,“ verdeutlichte Karrais.

Für Albrecht und Karrais ging es im Anschluss zum Ortseingang Wellendingens, nämlich zur Firma blache medical. Was einst in einer Garage begann ist jetzt ein erfolgreiches Unternehmen und das bereits seit 15 Jahren, davon seit neun in Wellendingen. Sven Blache, Gründer und Geschäftsführer des Medizintechnikunternehmens erklärt das Konzept: „Blache medical stellt chirurgische Instrumente für verschiedene Bereiche her. 70 bis 80 Prozent der Instrumente finden ihre Anwendung in der Mikrochirurgie. Mit insgesamt sechs Mitarbeitern werden pro Jahr zwischen 5.000 und 6.000 Artikel hergestellt und verkauft.“ Dabei sei das Unternehmen allerdings nicht auf eine Massenproduktion ausgelegt.

Da man sich in einer Nische bewege, seien die Stückzahlen gering, aber wachsend. Ungefähr 40 Prozent der Vertriebspartner hätten ihren Sitz in den USA. Ein weiterer Meilenstein für das kleine Unternehmen war die Auszeichnung mit dem German Innovation Award, den blache medical für seinen sogenannten K-Gripper bekommen hat. Der K-Gripper ist ein Werkzeug für die Chirurgie zum flexiblen Einbringen und Entfernen von sogenannten K-Drähten bei Knochenoperationen. „Für uns ist es besonders wichtig, dass wir der Tradition ebenso verpflichtet sind, wie dem technischen Fortschritt. Eine einwandfreie Rückverfolgbarkeit unserer Materialien ist dabei für uns eine Selbstverständlichkeit,“ so Blache. Karrais zeigte sich begeistert von dem kleinen Unternehmen. „Blache medical erfindet sich ständig neu und bleibt so innovativ. Zudem spürt man, dass das Unternehmen mit Herzblut geführt wird. Der Innovation Award spricht dabei für sich,“ schließt Karrais den Besuch in Wellendingen ab.

Text zum Bild v.l.n.r.: Bürgermeister Thomas Albrecht, Sven und Stefanie Blache und der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais.

Der Rottweiler FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais sieht die getroffenen Maßnahmen der Ministerpräsidenten skeptisch: „Das Infektionsgeschehen und auch die steigende Belegung von Intensivkapazitäten in Krankenhäusern erfordern definitiv Maßnahmen. Die jetzt beschlossenen Punkte sind aber zu hinterfragen. Mit den umfassenden Schließungen werden Betriebe geschlossen, in denen bisher regelmäßig kaum Infektionsherde aufgetreten sind. “

Außerdem müsse man auch einen Blick auf die verursachten Kollateralschäden werfen und die zu Recht eingeschränkte Kontrollmöglichkeit im privaten Raum berücksichtigen, so der Abgeordnete weiter. „In Gastronomie, Fitnessstudios und Co. ist es möglich die Einhaltung von Hygienekonzepten zu überwachen und Kontakte nachzuverfolgen. Im privaten Raum geht das nicht. Da hätte man lieber die Auflagen für die Hygienestandards erhöht, Personenzahlen begrenzt und den dadurch entstehenden Umsatzverlust ersetzt. Das wäre ehrlicher, räumt der Bevölkerung und den Betrieben Freiheiten ein und reduziert Ärger. Es ist schon absurd, dass man ausgerechnet die Bereiche und Branchen schließt, in denen das Infektionsgeschehen am ehesten nachvollzogen werden kann und in denen am meisten getan wird,“ sagte Karrais. Auch die Corona-App sollte vermehrt in den Fokus gerückt werden. „Dass es immer noch Labore gibt, die nicht mit der App kommunizieren können, ist fatal. Da wird Potential verschenkt,“ stellt Karrais fest.

Auf jeden Fall müssten die Maßnahmen in den Parlamenten diskutiert und abgestimmt werden, ist Karrais überzeugt. „Ich begrüße, dass der Landtag eine Sondersitzung abhält. Ich setze mich mit meiner Fraktion dafür ein, dass im Landtag auch eine Abstimmung zu den Maßnahmen herbeigeführt wird. Nur so erhalten diese eine demokratische Legitimation. Die Parlamente sind dafür da schwierige Entscheidungen zu treffen und diese Zeit muss man sich auch nehmen. Der Landtag kann in besonderen Situation innerhalb eines Tages ein Gesetz beschließen, von zu langsamen Prozessen kann also keine Rede sein,“ sagt Karrais deutlich. Anders als zu Beginn der Pandemie könne man jetzt strukturierter Vorgehen und dürfe die Debatte und Abstimmung nicht scheuen.

Trotz der Kritik an den einzelnen Maßnahmen müsse klar sein, dass jeder Einzelne zum Erfolg oder Misserfolg der Pandemiebekämpfung beitrage. „Wer Freiheiten will und wer Freiheiten hat, ist gleichzeitig auch in der Pflicht mit diesen verantwortungsvoll umzugehen. Sonst funktioniert es leider nicht. Wer sich heute nicht an die wichtigen Hygieneregeln hält, darf sich morgen nicht beschweren, wenn deshalb Betriebe schließen oder der eigene Arbeitsplatz in Gefahr ist,“ schließt Karrais ab.

Der Zustand der Pflege ist ein immer wieder diskutiertes Thema, bei dem es offensichtlich viel Handlungsbedarf gibt. Angesichts des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Zukunft stark ansteigen. Bereits heute besteht in der Pflege ein Fachkräftemangel. Seit Anfang des Jahres startete in Baden-Württemberg die generalistische Pflegeausbildung, wodurch alle angehenden Pflegekräfte in den ersten beiden Jahren der Ausbildung die gleichen Inhalte erlernen.

Die schwierige Situation, besonders im Bereich der Altenpflege, brachte den FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais dazu, sich in einer Anfrage an die baden-württembergische Landesregierung über die Situation der Pflegeausbildung im Kreis Rottweil (Pflegeausbildung im Landkreis Rottweil, Drucksache 16/8759) zu informieren.

Erschreckend sei die Diskrepanz zwischen Schülern, die eine Ausbildung im Pflegebereich beginnen und vorzeitig abbrechen, stellt Karrais nach Erhalt der Antwort von Sozialminister Manne Lucha fest. So haben im Ausbildungsjahr 2015/2016 214 Auszubildende ihre Lehre im Bereich der Gesundheits-/ und Krankenpflege begonnen. 2018/2019 haben jedoch nur 23 Auszubildende die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, also etwas mehr als jeder Zehnte. Zudem mache die Antwort deutlich, so Karrais, dass nicht jede Einrichtung und jeder Träger im Landkreis Rottweil nach dem generalistischen Modell ausbilden wolle. Da es die alten Ausbildungsberufe nicht mehr gebe, gehe das mit einem Verlust an Ausbildungsplätzen im gesamten Pflegebereich einher. „Das verschärft den Fachkräftemangeln und den Druck auf die Beschäftigten zusätzlich,“ befürchtet der Rottweiler Abgeordnete. Die Gründe hierfür seien verschieden und im Einzelnen nicht bekannt, so das Sozialministerium. Neun der im Landkreis Rottweil nach dem Pflegeberufegesetz ausbildenden Einrichtungen entsenden ihre Auszubildenden an Pflegeschulen außerhalb des Landkreises, so das Sozialministerium.

Für den Rottweiler Landtagsabgeordneten Daniel Karrais, der in den letzten Wochen unter anderem mit verschiedenen Sozialstationen sowie der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Austausch war, sei klar, dass sich in Sachen Pflegeausbildung dringend etwas ändern müsse. Pflege sei mittlerweile mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden und die Personalnot führe zu schwierigen Situationen für das Personal, bekam Karrais oft zu hören. Das schrecke viele Interessierte bereits im Vorfeld ab eine Ausbildung zu beginnen oder zu beenden. „Leider hat die Zeit am Menschen abgenommen, da Pflegemitarbeiter immer mehr mit den Folgen ihrer Arbeit im juristischen Sinne konfrontiert werden, was zu einem immer größer werdenden Dokumentationszwang führt,“ so Karrais. Dass das für Auszubildende nur wenig attraktiv sei, müsse man verstehen. Zudem müsse man immer Angst haben, welche rechtlichen Schritte auf einen zukommen könnten. Der FDP-Politiker fordere keineswegs schlampigeres Vorgehen bei der Dokumentation. Dennoch wünsche er sich, dass man hier beispielsweise auf digitale Methoden zurückgreife.

Karrais, der digitalpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, erklärt: „Mit Tablet Lösungen könnten Fachkräfte und Auszubildende beispielsweise ein vorgefertigtes Protokoll lediglich durch einfaches Ankreuzen ausfüllen. Alles Weitere könnte in einem Kommentarfeld ergänzt werden.“ Die Sozialstation Oberndorf mache vor, wie es funktioniert durch eine smarte Unterstützung mit digitalen Dokumentationssystemen, die Arbeitsqualität zu verbessern und vor allem für den Klienten mehr Zeit aufbringen zu können. „Leider verhaken sich die Verbände auf Landesebene mit den Pflegekassen und dem Sozialministerium dabei, sich auf Standards zu einigen und die Digitalisierung in der Pflege voranzutreiben,“ ärgert sich Karrais. Dabei gebe es Beispiele, wie es gehen könne und das nicht nur im Kreis Rottweil, sondern auch in Europa.

Karrais und seine Fraktion sehen die Reform hin zur generalistischen Ausbildung kritisch. Durch die wenigen Einrichtungen, die im Kreis Rottweil generalistisch ausbildeten, sehe er sich zudem in der Kritik bestätigt. Die große Gefahr sei, so Karrais, dass Ausbildungskapazitäten verloren gehen. „Wir sehen die generalistische Ausbildung eher als Ergänzung, aber keineswegs als Ersatz für die spezifischen Bildungswege im Pflegebereich,“ berichtete der FDP-Landtagsabgeordnete.

 

 

 

 

 

 

 

 

In einer Landtagsdebatte am Donnerstag mit dem Titel „Digitalisierung als Chance für Mittelstand und Start-ups“, stellte der FDP-Abgeordnete Daniel Karrais, der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), die Frage, ob sie eine Versorgung mit 50 Megabit in der Sekunde im Jahr 2020 für eine ausreichend schnelle Internetanbindung halte. Zuvor hatte die Ministerin erläutert, dass in Baden-Württemberg etwa 92 Prozent der Haushalte mit eben dieser Bandbreite versorgt seien und dies als Erfolg hervorgehoben. Die Antwort der Ministerin, die erklärte, dass sie in einem digitalen Zuhause wohne und ihr Mann ein „Digital Native“ sei, der sie mitreiße, fiel in diesem Zusammenhang deutlich aus: „[…] und ich weiß, dass das natürlich nicht ausreicht.“ Sie verwies im Folgenden darauf, dass sich die Aufgreifschwelle, ab der gefördert ausgebaut werden dürfe, auf 100 Mbit/s erhöhen solle.

Karrais sieht sich durch die Aussage der Wirtschaftsministerin darin bestätigt, dass der Digitalisierungsfortschritt im Kreis Rottweil lange nicht so gut ist, wie beispielsweise von Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel (CDU) dargestellt werde. „Erst letzten Monat erklärte unser Landrat, dass der Landkreis Rottweil zu den wenigen Kreisen gehöre, in dem die Bürger relativ schnell surfen können, denn 50 Megabit in der Sekunde seien in allen Haushalten erreichbar,“ so der Rottweiler Landtagsabgeordnete. Dass nun die Wirtschaftsministerin, eine Parteikollegin des Landrats, Karrais recht gebe, bestätige ihn. „Wir dürfen uns nicht mit einer mäßig schnellen Internetverbindung zufriedengeben. In einer hochdigitalisierten Welt, wie wir sie heute erleben, benötigen wir eine vollumfängliche Gigabitbreitbandvernetzung. Das heißt Glasfaser in jedes Gebäude. Davon sind wir leider noch weit entfernt,“ meint Karrais. Darum bedürfe es insbesondere für die Erschließung des Kreises mit Glasfaser eines Kraftakts. Einzig bei den Schulen und vielen Gewerbegebieten brauche man sich in Sachen Glasfaser nicht zu verstecken, freut sich der Digitalpolitiker aus Rottweil.

„Wir haben leider gegenwärtig ein Problem im Kreis. Wir sind zu gut, um einen Gigabitausbau gefördert zu bekommen, aber auf absehbare Zeit zu schlecht, um mit den anderen Kreisen in der Region mithalten zu können,“ erklärt Karrais mit Blick auf die Kupferverkabelung im Kreis. Darum setze er sich im Land mit einer Gutschein-Lösung für Glasfaseranschlüsse für ein passendes Fördermodell ein, mit dem man gerade für solche Fälle, wie im Kreis Rottweil, aufsatteln könne. „Auch auf unsere Initiative hin, wird ein Pilotprojekt für den Gutschein geplant,“ erklärt Karrais.