Daniel Karrais, FDP-Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Rottweil, informierte sich bei Dornhans Bürgermeister Huber über die aktuelle Agenda der Stadt. Dornhans Bürgermeister habe es sich zur Aufgabe gemacht, Zentren zu schaffen, indem Infrastruktur gebündelt werde, denn für Bürgermeister Huber ist eines klar: „Ein starkes Zentrum schafft starke Dörfer.“ Auf diese Weise schaffe man auch attraktiven Wohnraum in den Stadtteilen Dornhans. Wahlkreisabgeordneter Karrais pflichtete dem bei: „Sobald Arbeitsplätze zentral geschaffen werden, steigt die Attraktivität. Da ist eine Bündelung der Infrastruktur nur sinnvoll.“

Ein Beispiel der Bündelung stellt das Gesundheitszentrum dar. Mit zwei Hausarztpraxen und jeweils einer Physiotherapiepraxis, einer Ergotherapiepraxis, einer Logopädiepraxis, der Sozialstation und einem Gesundheitscoach sei im Herzen von Dornhan eine Anlaufstelle für Jung und Alt entstanden, wie Bürgermeister Huber berichtet. Ein guter Grund für Huber den Abgeordneten bei seinem Besuch auch in die Sozialstation zu führen.

Im Gespräch mit Susanne Miller, Leiterin der Sozialstation wurde schnell deutlich, mit welchen Herausforderungen sich der Pflegebereich aktuell konfrontiert sieht. Während der Hochphase der Corona-Krise habe die Arbeit für den Pflegedienstleister erst einmal abgenommen. Angehörige übernahmen teils in Eigenverantwortung die Betreuung ihrer Familienmitglieder. Dies ändere sich nun wieder, so Miller.

Doch nicht nur die Corona-Pandemie und die zu Beginn erschwerten Bedingungen zur Beschaffung von Hilfsmaterialien wie Masken belastet die Leiterin der Sozialstation. Miller erklärt: „Ein ganz großes Thema ist auch bei uns der Fachkräftemangel.“ Der bürokratische Aufwand sei in den letzten Jahren deutlich angestiegen und man müsse mittlerweile jeden Schritt dokumentieren, so Miller. „Das kostet wertvolle Zeit, die bei den zu Pflegenden fehlt,“ so die erfahrene Leiterin.

In einem waren sich der Bürgermeister, der im Übrigen der erste Vorsitzende des Diakonievereins in Dornhan ist, zu welchem die Sozialstation gehört, der Landtagsabgeordnete Karrais und die Leiterin der Sozialstation Miller einig: Es muss sich dringend etwas an der Attraktivität der Jobs im Pflegebereich ändern. Dornhans Bürgermeister verwies auf ein System in Dänemark, nach dem Pflegeangestellte die Möglichkeit haben sich innerhalb ihres Berufes bis zum Studium hochzuarbeiten. Was im Handwerk bereits möglich sei, fehle im Gesundheitsbereich, so Huber.

Karrais erklärt: „Es ist auf jeden Fall an der Zeit, dass die Politik hier tätig wird. Die Pflege sollte ein angesehener Bereich sein, in dem man gerne arbeitet, um den verschiedensten Personen zu helfen. Dass hierbei aktuell der bürokratische Aufwand und die fehlenden Perspektiven in Hinblick auf Aufstiegsmöglichkeiten bremsen, finde ich höchst bedenklich.“

Den ersten Schritt hin zur Entbürokratisierung, so Miller, mache die Sozialstation noch diesen Herbst. Mit Hilfe der vom Land bereitgestellten Digitalisierungsprämie stellt die Sozialstation nun von analog auf digital um. Dies führe dazu, dass die Dokumentation der einzelnen Schritte nach dem Besuch eines Patienten schneller gehe, so Miller. Karrais, der digitalpolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion ist, freute sich sehr: „Schön, dass die Digitalisierungsprämie dazu beiträgt, Unternehmen wie Ihrem bei Innovationen zu helfen.“ Die Sozialstation in Dornhan sei mal wieder ein guter Beweis dafür, dass Digitalisierung einen großen Mehrwert schaffen könne. Zum einen können Prozesse einfacher und zum anderen aber auch schneller abgewickelt werden. „Genau darum geht es beim digitalen Wandel,“ schließt Karrais ab.